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Kein Burkini-Verbot im Dorstener Atlantis

dzJuristische Bedenken

Im Freizeitbad Atlantis dürfen muslimische Frauen weiterhin mit einem Burkini ins Wasser. Der Verwaltungsrat der Bädergesellschaft sieht den Ganzkörperbadeanzug dennoch kritisch.

Dorsten

, 15.11.2018 / Lesedauer: 2 min

Von einer „intensiv geführten Diskussion“ ist in einer Presseerklärung der Bädergesellschaft die Rede. Denn der Burkini könne Ausdruck dafür sein, dass Frauen in ihren persönlichen Rechten eingeschränkt werden. Dies sei nicht mit den geltenden Vorstellungen von einer freien Gesellschaft vereinbar. „Zugleich stellte der Verwaltungsrat aber auch fest, dass der Burkini es vielen muslimischen Mädchen und Frauen überhaupt erst ermögliche, Schwimmbäder zu besuchen und so am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, heißt es in der Erklärung.

Juristische Gründe sprechen gegen ein Verbot

Der Verwaltungsrat konnte sich in dieser Woche vor allem aus juristischen Gründen mehrheitlich nicht zu einem Burkini-Verbot durchringen. Maßgebend war für das Gremium - bestehend aus Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung - vor allem eine juristische Einschätzung des städtischen Rechtsamtes:

  • Ein Burkini-Verbot widerspricht der allgemeinen Handlungsfreiheit (Artikel 2 des Grundgesetzes) und der Religionsfreiheit (Artikel 4).
  • Muslimische Schülerinnen sind sowohl vom Bundesverwaltungsgerichtshof als auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dazu verurteilt worden, am gemischten Schwimmunterricht im Rahmen der Schulpflicht teilzunehmen – ausdrücklich mit der Begründung, dass sie dabei einen Burkini tragen könnten.

Atlantis-Shop führt auch Burkinis

In der Haus- und Badeordnung des Atlantis‘ ist seit Langem geregelt, dass Burkinis zu den „üblichen Badebekleidungen“ gehören, wenn das Material „stimmt“. Tatsächlich soll es vereinzelt vorgekommen sein, dass Frauen in Straßenbekleidung ins Wasser wollten und die Aufregung groß war, als dies untersagt wurde. „Seit wir in unserem Shop muslimische Badebekleidung verkaufen, hat sich die Situation beruhigt“, sagte Atlantis-Geschäftsführer Karsten Meyer auf Anfrage.

Meyer bestätigte auch, dass die Kritik an muslimischer Badekleidung lauter werde, vor allem von älteren Stammgästen des Bades, aber: „Bislang gehen etwa drei Damen pro Woche bei uns mit Burkini schwimmen.“

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