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Juristin oder Techniker - wer ist der bessere Bürgermeister-Stellvertreter in Dorsten?

dzKampfabstimmung

Gerade erst ist Nina Laubenthal zur Beigeordneten in Dorsten gewählt worden, da soll sie auch schon Stellvertreterin des Bürgermeisters werden. Die steile Karriere findet nicht nur Beifall.

Dorsten

, 14.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Nina Laubenthal oder Holger Lohse - einer von beiden wird am 20. März zum allgemeinen Stellvertreter von Bürgermeister Tobias Stockhoff gewählt. Die Würfel sind aber wohl schon vor der entscheidenden Ratssitzung gefallen. „Wir werden Nina Laubenthal vorschlagen“, bestätigte CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane am Mittwoch. Mit „Wir“ meint er ausdrücklich auch die FDP, denn „das haben wir im Vorfeld so abgestimmt“.

Laubenthal weiß die Mehrheit hinter sich

Damit steht die Mehrheit im Stadtrat. Schwarz-Gelb hatte kürzlich - mit einer weiteren Stimme - die 44-jährige Volljuristin schon zur Beigeordneten gewählt. Nina Laubenthal übernimmt den Posten zum 1. April und bekommt dann wohl noch mehr Verantwortung. „Wir halten Nina Laubenthal für hochqualifiziert“, bestätigt Schwane. „Es ist besser, eine Juristin als allgemeine Bürgermeister-Stellvertreterin zu haben als einen Techniker.“

Der CDU-Sprecher will dies als Argument für Laubenthal und nicht gegen den Technischen Dezernenten Lohse verstanden wissen, dessen Arbeit er schätzt. SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann argumentiert völlig anders: „Frau Laubenthal soll im Schnellverfahren zur Ersten Beigeordneten gemacht werden, das geht nicht. Holger Lohse ist erfahren und hat immer gute Arbeit geleistet.“

Oppositon macht sich für Holger Lohse stark

Die SPD hat jetzt gemeinsam mit den Grünen, der UBP und den Linken die Wahl von Holger Lohse offiziell vorgeschlagen. „Ich werde geheime Abstimmung beantragen“, kündigte Fragemann für die Ratssitzung am 20. März an. Am Ergebnis ändert das vermutlich nichts.

Lohse bestätigte auf Anfrage, dass er für das Amt grundsätzlich zur Verfügung stehe. Mit Nina Laubenthal hat er sich auf folgende gemeinsame Formulierung verständigt: „Wir werden die Entscheidung des Rates respektieren. Sie wird - egal wie sie ausfallen mag - unsere sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit untereinander, im Verwaltungsvorstand und mit den Ratsfraktionen nicht beeinträchtigen.“

Der Bürgermeister äußert sich im Vorfeld nicht

Und was sagt der Bürgermeister? Nichts vorerst. „Tobias Stockhoff wird seine Position zu dieser Personalentscheidung in der Ratssitzung erläutern“, kündigte Böhne an. „Die Kommentierung der Gemeindeordnung besagt, dass die Benennung des Allgemeinen Vertreters sich nicht nach dem Dienstalter richten muss.“ Aber auch nicht danach, ob ein Kandidat ein Jurastudium hat.

Im Ordnungs- und Rechtsamt, dem bisherigen Arbeitsfeld von Nina Laubenthal, sind die Weichen bereits gestellt worden. „Die Stelle der Amtsleitung soll zügig neu besetzt werden“, bestätigte Böhne. „Nina Laubenthal bleibt als Dezernentin für das Amt verantwortlich.“

Die Abteilungsleitungen Monika Heisterklaus und Ulrich Wieschen übernehmen ab 1. April ihre Bereiche eigenverantwortlich. Mitte Februar hatte Monika Heisterklaus die Nachfolge von Petra Eppink angetreten und ist seither für Bürgerbüro, Standesamt und Ausländerbehörde zuständig.

Dorstens Bürgermeister hat auch zwei ehrenamtliche Stellvertreter: Christel Briefs (CDU) und Jan Kolloczek (SPD). Sie übernehmen eher repräsentative Aufgaben in Vertretung von Tobias Stockhoff.
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