Mitarbeiter des Luftfahrt-Bundesamtes begannen schon am Sonntag mit der Untersuchung des völlig ausgebrannten Wracks. Bei dem Absturz starben vier Menschen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Ferienlager abgebrochen

Junge Dorstener mussten schrecklichen Flugzeugabsturz mitansehen

Junge Menschen vom Dorstener Luftsportverein waren dabei, als am Sonntag bei einem Flugzeugabsturz in Sachsen-Anhalt vier Menschen starben. Das gemeinsame Ferienlager fand ein jähes Ende.

Der Schock sitzt tief.“ Hendrik Berkel, zweiter Vorsitzender des Luftsportvereins Dorsten, kann immer noch nicht fassen, was am Sonntag in Renneritz in Sachsen-Anhalt passiert ist: Beim Absturz eines Kleinflugzeugs auf dem Flugplatz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind vier Menschen ums Leben gekommen, der 55-jährige Pilot und drei Mädchen und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren, Mitglieder der Luftsportvereine Borken und Bocholt. „Schlimmer geht‘s nicht“, erklärte der schockierte Fluglehrer gegenüber der Dorstener Zeitung.

Die jungen Leute nahmen seit Samstag an einem Sommercamp in Renneritz teil, gemeinsam mit Jugendlichen und erwachsenen Begleitern aus dem befreundeten Dorstener Club. Am zweiten Tag ihres Aufenthaltes passierte das schreckliche Unglück. Die drei Passagiere wollten mit dem Piloten des Motorflugzeugs einen kleinen Rundflug unternehmen, wie es bereits andere Gruppen vor ihnen getan hatten.

Maschine stürzte direkt nach dem Start ab

Nach Angaben der Polizei stürzte die einmotorige Maschine kurz nach dem Start gegen 16.45 Uhr ab und geriet sofort in Brand. Hendrik Berkel: „Viele Flugschüler waren zu diesem Zeitpunkt selbst in der Luft, andere warteten jedoch auf dem Flughafengelände auf ihren eigenen Flug. Sie mussten das Unglück mitansehen.“ Berkel ist Fluglehrer und noch vor einigen Wochen selbst mit einem der Opfer geflogen. Sein Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer.

Das Ferienlager wurde inzwischen abgebrochen. Am Montag fand beim Luftsportverein Borken auf dem Flugplatz in Hoxfeld eine emotionale Andacht statt, an der auch die Eltern der verunglückten Jugendlichen teilgenommen haben.

Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt

Über die Unglücksursache gibt es wohl noch keine Erkenntnisse. Hendrik Berkel hofft, dass die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung demnächst mehr weiß, auch wenn das die toten Kinder und den Piloten nicht zurückbringt. „Es waren so viele Augenzeugen mit Flugkenntnissen dabei“, sagt Berkel, „vielleicht haben die hilfreiche Beobachtungen gemacht.“

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine viersitzige Maschine des polnischen Typs „PZL-104 Wilga“. Ein Modell, das im Luftsport oft als Schlepp-Flugzeug für Segelflieger eingesetzt wird. Erste Ergebnisse der amtlichen Untersuchung werden nicht vor September erwartet. Die Experten wollen sich bis dahin ein Bild machen vom Zustand der Maschine, der Flugerfahrung des Piloten, seines Gesundheitszustandes sowie von den örtlichen Gegebenheiten und dem Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks.

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Petra Berkenbusch

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