Jugendliche springen von Eisenbahnbrücke in Kanal - Bundespolizei warnt vor Lebensgefahr

Kanalspringer

Zweimal mussten Bundespolizisten jetzt in Dorsten ausrücken, um „Kanalspringer“ von ihrem lebensgefährlichen Vorhaben abzuhalten. Für einen 14-Jährigen hat seine Mutprobe Konsequenzen.

Dorsten

29.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Jugendliche springen von Eisenbahnbrücke in Kanal - Bundespolizei warnt vor Lebensgefahr

Mit den Temperaturen im Sommer steigt bei einigen Jugendlichen offenbar auch die Risikobereitschaft und der Drang, etwas Verbotenes zu tun. Vor allem im Ruhrgebiet bieten die Kanalufer zahlreiche Gelegenheiten, von den Brücken in die Kanäle zu springen. © picture-alliance/ dpa

Bereits am Freitag (26. Juli) gegen 16 Uhr wurde die Bundespolizei durch die Bahn über mehrere Brückenspringer im Bereich einer Kanalbrücke der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Bismarck (Wasserstraße in Dorsten) in Richtung Dorsten informiert. Der Bahnverkehr konnte in diesem Bereich nur in Schrittgeschwindigkeit durchfahren.

Einsatzkräfte konnten noch auf der Brücke einen 14-jährigen Dorstener in Gewahrsam nehmen und ihn über die Lebensgefahr aufklären, in die er sich durch den Aufenthalt in den Gleisanlagen auf der Brücke begeben hatte. Anschließend wurden auch die Erziehungsberechtigte über das „Treiben“ ihres Sprösslings informiert. Zudem wurde ein Bußgeldverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts im Gleisbereich gegen den 14-Jährigen eingeleitet.

Bahnverkehr wurde eingestellt

Am Samstag (27. Juli) verschafften sich dann erneut Jugendliche Abkühlung im Bereich der Eisenbahnbrücke in Dorsten. Daraufhin wurde der Bahnverkehr in dem Bereich eingestellt. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten den Ort nach Personen ab. Jedoch ohne Erfolg.

In diesem Zusammenhang weist die Bundespolizei daraufhin, dass der Aufenthalt auf Eisenbahnbrücken nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich ist. Gerade beim Sprung von Eisenbahnbrücken kann der Aufenthalt in den Gleisanlagen auf der Brücke tödlich sein. Moderne Züge nähern sich fast lautlos und können je nach Windrichtung erst sehr spät wahrgenommen werden.

Nähe zum Oberleitungsnetz

Zusätzlich entsteht beim Klettern auf Brückenträgern, Masten und Schutzeinrichtungen eine lebensgefährliche Nähe zum Oberleitungsnetz der Eisenbahn. Dies steht unter einer Spannung von 15.000 Volt. Dabei muss man die Oberleitung nicht einmal berühren, bevor ein Lichtbogen überspringen kann.

Beim Sprung von der Brücke ins kühle Nass kann man zudem leicht Gegenstände übersehen, die im Wasser, gerade im Bereich von Brücken, treiben. Hierdurch können ebenfalls tödliche Verletzungen entstehen.

Gefährlicher Eingriff in Bahnverkehr

Die Bundespolizei weist daraufhin hin, dass, wenn Züge aufgrund von Personen im Gleisbereich eine Schnellbremsung einleiten müssen, der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erfüllt sein kann. Dieser kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden.

Ebenfalls wird beim unbefugten Aufenthalt im Gleisbereich ein Bußgeld von 25 Euro bis 900 Euro fällig.

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