Joshua Murphy und World Brain: Experimentelle Klänge im Bürgerpark

dzBürgerpark Maria Lindenhof

Zum Saisonabschluss begeisterten Joshua Murphy und World Brain an der Oude Marie mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm.

von Paul Kahla

Dorsten

, 23.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bühne im Amphitheater des Bürgerparks Maria Lindenhof war am Samstagabend mit unzähligen bunten Kabeln übersät. Neben seiner E-Gitarre hatte der Australier Joshua Murphy nämlich einige Verstärker, ein Mischpult und Looper mitgebracht, um eine außergewöhnliche Klangkulisse zu kreieren.

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Der ehemalige Frontmann der Rock’n’Roll-Band „Furious Few“ bot dem Publikum am Samstag drei atmosphärische Stücke dar. Dabei widmete er sich textlich persönlichen Gedanken aus seinem Leben, behandelte aber auch sozialkritische Themen wie Geschlechtergerechtigkeit.

Per Fußdruck Instrumente spielen, die gar nicht auf der Bühne stehen

„Mit den Loopern kann ich per Druck mit dem Fuß live Instrumente spielen, die gar nicht wirklich auf der Bühne sind. Beispielsweise das Cello oder die Violine“, erklärte Murphy.

Diese Technik, kombiniert mit der E-Gitarre und der rauchigen Stimme des Sängers sorgte für tiefe Klänge, die das ganze Publikum im Amphitheater umhüllten. So schuf Murphy eine nachdenkliche und melancholische Stimmung rund um die Bühne der Oude Marie.

World Brain kombiniert Laptop-Sounds mit Live-Instrumenten

Auch der zweite Künstler des Abends nutzte technische Tricks, um seine Musik zu inszenieren. Lucas Chantre, bekannt unter dem Namen „World Brain“, begeisterte mit elektronischen Sounds aus seinem Laptop, die er mit Live-Instrumenten kombinierte.

Auch er nutze wie Murphy Loopstations. Dazu sang der Berliner Gitarrist und Sounddesigner über Fake News, das drahtlose Internet und den unausweichlichen Tod eines jeden. Er selbst bezeichnet seinen Musikstil als verspielten Pop oder „Internet Bop“.

World Brain war der zweite Act des Abends. Der Berliner lässt sich unter anderem von klassischer Musik und TV-Werbung inspirieren.

World Brain war der zweite Act des Abends. Der Berliner lässt sich unter anderem von klassischer Musik und TV-Werbung inspirieren. © Paul Kahla

Klanglich inspiriere ihn alles von klassischer Musik bis hin zu TV-Werbungen: „Manchmal finde ich auch einfach neue Klänge in meinem Synthesizer, die mich begeistern. Meine größte Inspiration ist also vielleicht der Roland Juno-106“, sagte Chantre. Mit den experimentellen Klängen seines Debütalbums „Peer 2 Peer“ und seiner lockeren Art riss der Berliner das Publikum mit.

Offizielles Saisonende, aber spontane Termine geplant

Offiziell war das Doppelkonzert für dieses Jahr der letzte Kulturprogrammpunkt im Bürgerpark. In den nächsten zwei Monaten möchte das Team der Bar Oude Marie spontan allerdings noch einige Termine ermöglichen. „Wir werden für die Zusatztermine dann hauptsächlich lokale Künstler einladen“, sagte Kevin Over vom Schaukelbaum-Team.

Zu den ersten feststehenden Terminen zählt der Auftritt von Steve Savage am 18. September sowie ein Konzert des Chanty-Chors aus Herten am 19. September. Informationen über weitere Veranstaltungen im Bürgerpark Maria Lindenhof gibt es auf der Website des Bürgerparks unter www.buergerpark-maria-lindenhof.de oder auf der Facebookseite der Oude Marie.

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