Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick: Die größten Dramen des Jahres in Dorsten – auch mit glücklichem Ausgang

Schwere Unfälle und ein mysteriöser Pferde-Tod überschatteten das Jahr 2020 in Dorsten. Aber es gab auch glückliche Momente, weil ein Augenzeuge schnell reagierte.
Im Blauen See in Holsterhausen drohte im Frühjahr eine Frau zu ertrinken. © Guido Bludau

Die Autobahn 31 steht in dem zweifelhaften Ruf, eine Rennstrecke zu sein. Auch im Jahr 2020 ereigneten sich dort schwere, teils tödliche Verkehrsunfälle. Überhöhte Geschwindigkeit war aber nicht immer die Ursache.

So prallt Anfang September ein Van auf das Heck eines Lkw, nachdem er zwischen Lembeck und Reken die Fahrspur gewechselt hat – zwei Menschen verlieren ihr Leben. Wegen der Vielzahl an Unfällen im Bereich Dorsten ist die Höchstgeschwindigkeit vor dem Kreuz Bottrop inzwischen von 100 auf 80 km/h reduziert worden.

Ein ganz anderes Drama spielt sich im November auf der A 31 ab. Ein offensichtlich geistig verwirrter Mann läuft nahezu unbekleidet im strömenden Regen über die Fahrbahn – und bleibt unverletzt. Es grenzt auch an ein Wunder, dass es keine Unfälle gab. Die Polizei findet den jungen Mann nach fast dreistündiger Suche im Dorstener Norden und bringt ihn in eine psychiatrische Klinik.

Am Blauen See in Holsterhausen will sich eine Frau Ende April das Leben nehmen. Sie geht bekleidet ins 15 Grad kalte Wasser, doch Gastronom Thomas Püttmann, der zufällig Zeuge ist, reagiert schnell und wählt den Notruf. Püttmann hätte die Frau auch selbst gerettet, doch das übernimmt wenig später die Feuewehr, die die Frau mit Unterkühlungen, aber lebend in ein Krankenhaus bringt.

Für ein Pferd auf einer Weide in Holsterhausen kommt indes jede Hilfe zu spät. Es stirbt Ende September auf noch immer ungeklärte Weise. Die Polizei spricht wegen der Wunden zunächst von Tierquälerei, revidiert ihr Urteil nach einem Gutachten des Veterinäruntersuchungsamtes in Münster.

Doch die Staatsanwaltschaft bleibt nach einer Vielzahl von Hinweisen skeptisch und bittet um weitere Ermittlungen. Möglicherweise ist das Schicksal von Bahila vergleichbar mit dem vieler anderer Pferde in Deutschland und Europa. Schlug ein „Pferde-Ripper“ wegen eines Internet-Wettbewerbs auch in Dorsten zu? Niemand weiß es derzeit so genau.

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