Jahresrückblick: Corona löst in Dorsten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus

Jahresrückblick 2020

Wenn Corona irgendetwas Gutes haben sollte, dann sicher, dass die Pandemie eine große Welle der Hilfsbereitschaft geweckt hat.

Dorsten

, 30.12.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckungen haben zu Beginn der Pandemie den größten Mangel lindern können.

Selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckungen haben zu Beginn der Pandemie den größten Mangel lindern können. © picture alliance/dpa

In einer Nacht im März gründeten Benjamin Ebbert und sein Mann die Facebook-Gruppe „Dorsten hilft - Corona 2020“. Sie arbeiteten in Nachtschicht und hatten das Gefühl, sich tagsüber ehrenamtlich nützlich machen zu können.

Es dauerte nicht lange, da regelte die Gruppe viele Anfragen allein. Fragen wie „Kann mir jemand was aus der Stadt mitbringen?“ brauchten manchmal keine Minute bis zur positiven Beantwortung. Inzwischen hat die Gruppe über 1000 Mitglieder.

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Im September konstatierte Benjamin Ebbert: „Tja, jetzt ist die Gruppe doch zum Schweigen gekommen.“ Ein Schweigen, das jedoch jederzeit durch neue Hilfeersuchen gebrochen werden kann.

Einkaufshilfe und Lieferservice

Einkaufshilfen organisierten auch die Caritas und die Jugendgruppe der Ditib-Moschee. Lebensmittel-Händler stampften Liefer-Services aus dem Boden. In Lembeck wurde aus einer Facebook-Gruppe die „Coronahilfe Lembeck“.

Schnell wurde deutlich, dass die Menschen in Quarantäne und Abgeschiedenheit unter Einsamkeit leiden. Und so gab es Telefonbesuchsdienste, die alleinstehenden Menschen Kontakte zur Außenwelt sicherten.

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In fast allen Ortsteilen garantierten Nachbarschaftshilfen schnelle und unbürokratische Hilfen. Die brauchte es auch beim leidigen Maskenproblem. Als plötzlich klar wurde, wie wichtig Mund-Nasen-Bedeckungen in der Pandemie-Bekämpfung sind, gab es kaum welche zu kaufen.

Überall machten sich fleißige Näherinnen daran, Masken herzustellen. Manche nähten für die Familie, manche gleich im Tausender-Maßstab. Ein Beispiel für viele: In der Lembecker „Nähfabrik“ stellten ehrenamtliche Näherinnen bis Mitte Mai mehr als 2000 Masken her.

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