Feldmärker Königspaar: „Jetzt merken die Menschen, was ihnen fehlt“

dzInterview

Eigentlich hätte die Feldmark am Wochenende einen neuen Schützenkönig gekürt. Doch das Schützenfest fällt aus, Tobias Nordmann und Ramona Nitsch bleiben im Amt - ein Interview.

Feldmark

, 07.06.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem 211. Schuss holte Tobias Nordmann vor zwei Jahren den Vogel von der Stange – und großer Jubel brach los. Von allen Seiten drängten sich Schützen um ihn und gratulierten dem neuen Schützenkönig der Feldmark.

Inzwischen ist klar: Tobias Nordmann und Königin Ramona Nitsch bleiben wegen der Coronakrise länger als gedacht im Amt.

War der Schuss auf den Vogel seinerzeit eigentlich von langer Hand geplant?

Es war bedingt spontan. Ich habe vor jetzt sechs Jahren schon einmal mitgeschossen. Damals klappte es aber nicht. Und circa eine Woche vor dem Schützenfest 2018, als die Vorfreude wuchs und man in Stimmung kam, wurde der Entschluss gefasst, es noch einmal zu probieren. Das Ganze war mit meiner Frau Friederike, Ramona, meiner Königin, und ihrem Mann Thomas abgesprochen. Denn wir sind beide angetreten. Wir waren also somit Konkurrenten, haben damit aber auch unsere Chancen erhöht, dass zumindest einer von uns den Vogel abschießt.

Würden Sie irgendwann gerne noch mal König werden?

Ach, ich denke, nach vier Jahren Amtszeit ist erst mal jemand anderes dran. Allerdings könnte ich mir ganz gut vorstellen, dass vorher Thomas Nitsch König wird, mit meiner Frau Friederike als Königin, und ich dann nur Teil des Throns bin – also quasi eine Überkreuz-Konstellation des aktuellen Throns.

Der Thron rund um König Tobias Nordmann und Königin Ramona Nitsch bleibt bis zum nächsten Feldmärker Königsschießen im Amt.

Der Thron rund um König Tobias Nordmann und Königin Ramona Nitsch bleibt bis zum nächsten Feldmärker Königsschießen im Amt. © Lydia Klehn-Dressler

Wer der nächste König wird, entscheidet sich ja nun erst im Jahr 2022. Wie haben Sie die Entscheidung, das Schützenfest 2020 nicht stattfinden zu lassen, aufgenommen?

Tobias Nordmann: Wehmut ist schon vorhanden, dass kein Schützenfest stattfindet. Aber wir freuen uns natürlich, dass wir weiter machen dürfen.
Ramona Nitsch: Dass wir weiter machen, war für uns selbstverständlich, da wir mit vollem Einsatz das Schützenleben mitgestalten.
Tobias Nordmann: Das Ganze bringt zwar auch private Planungen durcheinander, aber dafür ist es ja auch etwas Besonderes, dass wir den Verein für vier Jahre nach außen hin präsentieren dürfen. Außerdem freuen wir uns, dass wir so im kommenden Jahr beim Schützenfest Altendorf-Ulfkotte als Königspaar der Feldmark dabei sein können. Und das schon zum zweiten Mal, denn nicht jedes Königspaar hat die Möglichkeit in Altendorf zu feiern.

Haben Sie mitbekommen, ob das Schützenvolk sehr enttäuscht ist?

Tobias Nordmann: Das Verständnis für diese besondere Situation ist auf jeden Fall da. Niemand ist verärgert. Das Schützenfest nicht stattfinden zu lassen, finden alle vernünftig. Es ist zwar sehr schade, aber man kommt damit klar. Alle arrangieren sich mit der Situation.
Ramona Nitsch: Man könnte das Ganze auch als Chance für das Schützenwesen sehen. Denn jetzt, wo das Schützenfest ausfällt, merken die Menschen vielleicht, dass etwas fehlt.

Werden dann zum Beispiel die Ehrungen von 2020 auch nachgeholt?

Tobias Nordmann: Alles, was jetzt wegen der Corona-Krise ausfallen muss, wird nicht vergessen. Die Ehrungen werden daher nachgeholt. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Freude auf das nächste Schützenfest dadurch noch weiter wächst und dass es umso größer gefeiert wird.

Da hört man ja jetzt schon, dass die Vorfreude sehr groß ist!

Tobias Nordmann: Ja, sehr. Ich denke, das geht allen so. Aber wir hoffen natürlich, dass wir bis dahin noch andere Feste feiern dürfen. Im nächsten Jahr findet nämlich das Kinderschützenfest statt. Auch noch nicht abgesagt wurden für dieses Jahr das Bataillonsfest und das Oktoberfest. Ob diese beiden Veranstaltungen stattfinden können, ist noch offen.
Ramona Nitsch: Besonders freuen wir uns, weiter mit unserer Feldmark feiern zu können. Die Unterstützung war bis jetzt überwältigend.

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