Insekten-Kuriosität: In Dorsten fliegen Mini-Krawatten

An der Lippe

In Dorsten gibt es eine Insekten-Kuriosität. An Flüssen und Bächen sind derzeit Krawatten-Köcherfliegen unterwegs. Die kleinen Tierchen haben eine auffällige Form.

Dorsten

24.10.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Insekten-Kuriosität: In Dorsten fliegen Mini-Krawatten

Die Krawatten-Köcherfliege ist derzeit an vielen Bächen und Flüssen in Dorsten zu beobachten. © EGLV/Gläser, Uwe

Noch kann man sie an der Lippe aber auch am Hammbach, Wienbach und Rapphofs Mühlenbach in Dorsten beobachten: Von Mai bis Oktober schließen sich die Krawatten-Köcherfliegen im Zick-Zack-Flug zu einer auffälligen Choreografie zusammen. Insbesondere die Männchen sind hervorragende „Tänzer“.

Larven brauchen gute Wasserqualität

Einmal gelandet, sehen die zarten Insekten wie schwarze Miniatur-Krawatten aus. Auch anhand ihrer schwarz-weiß geringelten und extralangen Fühler sind sie gut zu erkennen. Die Larven gelten als verlässliche Anzeiger für eine gute Gewässerqualität und sind darum die „Lippeverbands-Bewohner des Monats“.

„Die Krawatten-Köcherfliegen benötigen nicht nur klares, sauberes Wasser. Auch eine ungestörte Ufervegetation ist enorm wichtig für ihre Entwicklung“, weiß Sylvia Mählmann, Biologisch-technische Assistentin beim Lippeverband. Daher seien naturbelassene Randzonen von entscheidender Bedeutung für die Artenvielfalt und ein funktionierendes Ökosystem.

Insekten-Kuriosität: In Dorsten fliegen Mini-Krawatten

Sylvia Mählmann vom Lippeverband mit ihrer Kollegin Sandra Buchholz bei der Probenahme an der Lippe in Dorsten. © Lippeverband

Die Larven der Krawatten-Köcherfliege wachsen im Wasser auf, sobald sie ihre schützenden Eier verlassen haben. Ihre erste Tat: der Aufbau eines Basislagers, aus einem selbstgesponnenen Fadengerüst auf festem Grund.

Als „Flexitarier“ ernährt sich die Krawattenfliegen-Larve vorwiegend von Pflanzenteilen, verschmäht aber auch kleinere Tiere oder Aas nicht. Während der drei bis vier Wachstumsstadien passt sie ihr Mobilheim kontinuierlich ihrer Größe an.

Insekten-Kuriosität: In Dorsten fliegen Mini-Krawatten

Die Krawatten-Köcherfliege baut ein Basislager aus einem selbstgesponnenen Fadengerüst. © Lippeverband

Im Frühjahr baut die Larve einen ortsfesten Puppenköcher. Diese Röhre ist mit einer Membran verschlossen. So geschützt, entwickelt sich eine Puppe, die sich nach ungefähr einem Monat aus dem Köcher befreit und an die Wasseroberfläche schwimmt. Pflanzenteile und Steine, die aus dem Wasser ragen, sind dann geeignete Stellen für den weiteren Schlüpfvorgang.

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