Zum ersten Mal ist im Kreis Recklinghausen die indische Corona-Mutation nachgewiesen worden, auch bei zwei Menschen aus Dorsten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Coronavirus

Indische Mutation: Corona-Patient verhielt sich vorbildlich

Zwei Menschen aus Dorsten sind mit der indischen Variante des Coronavirus infiziert worden. Ihre Kontaktperson hat sich nach der Erkrankung trotzdem vorbildlich verhalten.

Die indische Variante des Coronavirus ist zum ersten Mal im Kreis Recklinghausen nachgewiesen worden. Ein Gladbecker – aus Datenschutzgründen wird nicht verraten, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt – hat drei Kontaktpersonen angesteckt, zwei davon leben in Dorsten.

Weitere Menschen mussten nach Angaben der Kreisverwaltung nicht in Quarantäne, wahrscheinlich, weil sich „die Person vorbildlich verhalten hat“, sagte Kreissprecherin Lisa Heimers auf Anfrage. „Sie hat sich vor der Reise nach Indien testen lassen, das Ergebnis war negativ. Nach der Rückkehr wurde ein weiterer Test am Flughafen gemacht, das Resultat war dann positiv.“

Der Kreis der Betroffenen war offenbar überschaubar, weil schnell reagiert wurde und alle Betroffenen sofort in Quarantäne kamen. Weitere Fälle mit der indischen Corona-Variante gab es in Dorsten oder dem Kreis Recklinghausen bislang nicht. Das Kreisgesundheitsamt hat auch Kontakt zur Fluggesellschaft aufgenommen, damit die unmittelbaren Sitznachbarn des erkrankten Menschen und deren Wohnorte informiert werden.

Zur indischen Virusmutation liegen bislang kaum Daten vor. Das Robert Koch-Institut schätzt die indische Mutation aktuell noch nicht als besorgniserregend ein, sondern bezeichnet sie als „unter Beobachtung stehende Variante“.

Noch keine brasilianische und südafrikanische Mutation

Etwa ein halbes Jahr nach ihrer Ausbreitung in Großbritannien macht die britische Variante aktuell ca. 90 Prozent der Corona-Fälle in Deutschland aus, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Sie ist aber wohl längst nicht so gefährlich, wie zunächst angenommen. In Dorsten sind laut Lisa Heimers 342 Menschen mit diesem Virustypen infiziert worden, aktuell sind es noch 74.

Die brasilianische und südafrikanische Corona-Mutation ist bislang noch bei keinem Patienten aus Dorsten nachgewiesen worden.

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Stefan Diebäcker
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