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In der Nachbarschaft Brink lebt die Krippe

dzLebende Krippe

Eine Idee aus der Nachbarschaft Brink gewann in diesem Jahr den erstmaligen Wettbewerb „Gute Nachbarn“. Die Parallelen zur biblischen Weihnachtsgeschichte sind tatsächlich verblüffend.

Lembeck

, 26.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Und es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von der Nachbarschaft Brink ausging, den Vorstand neu zu besetzen. Eines von fünf Ehepaaren scheidet jedes Jahr aus und wird ersetzt. So will es zwar nicht Kaiser Augustus, aber ein Gebot auf dem Brink. Da machten sich Josef Strock und seine Frau Maria auf, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.

Erstaunliche Parallelen zur Weihnachtsgeschichte

Josef und Maria? Manch einer im zehnköpfigen Vorstand fühlte sich im Sommer 2017 spontan an die Heilige Familie erinnert. „Ja“, sagen Hubert Schmidt und Agnes Bäumler lachend, „wir haben dann ziemlich schnell weitere Parallelen gefunden.“

Dass es zum Beispiel noch ein Paar namens Josef und Maria in der geselligen Nachbarschaft gibt. Dass dort auch drei Christkinder wohnen, die am 24. Dezember geboren wurden.

Und siehe, da entstand an einem stimmungsvollen Abend die Idee einer „lebenden Krippe“, denn „die Krippenbesetzung hatten wir ja zusammen“, erinnert sich Martina Schmidt. Sie und ihr Mann Hubert, Eltern von Lisa und Lukas, die am Heiligabend 17 Jahre alt werden, Bernhard Melchers und Agnes Bäumler sowie Margret und Ulrich Wolthaus taten sich zu einem Orga-Team zusammen, um aus der „lebenden Krippe“ ein Nachbarschaftsfest in der Weihnachtszeit zu machen.

70 Nachbarn feierten an der Krippe

Engel und Hirten waren schnell gefunden, Ulrich Wolthaus steuerte einen Stall und Wolfgang Dahlhaus zwei Schafe bei. Und so fand am 30. Dezember 2017 die erste „lebende Krippe“ für die Nachbarschaft Brink statt. „Etwa 70 Freunde und Nachbarn waren da“, erinnert sich Ulrich Wolthaus. Kein Engel hatte sie informiert, Flugblätter waren vielmehr verteilt worden.

„Es gab Getränke und kleine Speisen, weihnachtliche Geschichten wurden vorgelesen und Lieder mit Unterstützung der Blaskapelle Harmonie gesungen“, beschreibt Agnes Bäumler die Szenerie. Nur leuchtende Sterne waren nicht zu sehen über dem Brink.

Das Wetter an jenem Abend war nämlich nicht sonderlich himmlisch, ein kräftiger Wind schüttelte die Partyzelte durch. Die waren aufgestellt worden, weil ja nicht alle Menschen in den Stall konnten.

Aber einen Blick hinein warfen sie alle, wo Maria, Josef und die Christkinder in wechselnder Besetzung bis tief in die Nacht ausharrten. Das beeindruckte Lembecks Pfarrer Alfred Voß so sehr, dass er damals in seinen Messen die „lebende Krippe“ als Sinnbild für nachbarschaftlichen Zusammenhalt lobte.

In der Nachbarschaft Brink lebt die Krippe

Die Nachbarschaft Brink gewann mit ihrer „lebenden Krippe“ in diesem Jahr den erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb „Gute Nachbarn“. Das Preisgeld wird für ein weiteres Weihnachtsfest in diesem Jahr verwendet. © Michael Klein

Mit ihrer ungewöhnlichen Aktion bewarb sich die Nachbarschaft Brink in diesem Jahr beim Wettbewerb „Gute Nachbarn“, den die Stadt zum ersten Mal ausrichtete. Und es war keine göttliche Fügung, dass die „lebende Krippe“ den ersten Platz belegte.

Mehr als 1000 Menschen hatten auf der Homepage der Dorstener Zeitung für die Aktion gestimmt, so viele Lembecker leben auf dem Brink bei Weitem nicht. „Wir sind eben dafür bekannt, eine verschworene Gemeinschaft zu sein“, sagt Bernhard Melchers. „Wir helfen uns gegenseitig und feiern zusammen.“ Einmal im Jahr gibt es ein großes Nachbarschaftsfest, und zur Weihnachtszeit noch einmal die „lebende Krippe“.

Das Preisgeld wird in eine zweite Feier investiert

Tatsächlich wird die ursprünglich einmalige Aktion am Wochenende nach Weihnachten wiederholt. Denn das Preisgeld von 1000 Euro muss ja für die Nachbarschaft eingesetzt werden.

So schreiben es die Wettbewerbsregeln vor. „Wir haben uns diesmal ein richtiges Partyzelt geliehen, um auf schlechtes Wetter besser vorbereitet zu sein“, sagt Bernhard Melchers. Festliche Musik und besinnliche Geschichten wird es wieder geben, Speisen und Getränke auch. Ein Christkind wird natürlich wieder in der Krippe liegen, Maria und Josef werden es im Stall behüten.

Der Zeitpunkt wird allerdings nicht verraten. Dem Organisationsteam ist es wichtig, dass es sich um ein Fest ausschließlich für die Nachbarschaft auf dem Brink handelt. Und die meisten Menschen dort, davon kann man getrost ausgehen, wissen längst Bescheid. Alle anderen müssen in den nächsten Tagen gen Himmel schauen. Vielleicht weist ihnen ja ein leuchtender Stern den Weg zur lebenden Krippe.

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