Innenstadt von Dorsten: An allen Ecken und Enden wird in diesem Jahr gebuddelt und gebaut

dzWir machen Mitte

2020 wird zum „Groß-Bau-Jahr“ in Dorsten. Bei allen großen Projekten des Stadtumbauprogramms „Wir machen Mitte“ laufen oder beginnen die Arbeiten. Hier die Übersicht über alle Baustellen.

Dorsten

, 17.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gleich zweimal hatte das Land NRW dieses Dorstener Groß-Projekt nach hinten gerückt - doch endlich ist es so weit: Der geplante Drei-Millionen-Euro-Umbau des Außengeländes am Bildungszentrum Maria Lindenhof ist kürzlich in die Förderliste 2020 aufgenommen worden.

Und damit steht fest: Auf die Dorstener kommt ein echtes „Groß-Bau-Jahr“ zu, denn bei allen großen Projekte des Stadtumbauprogramms „Wir machen Mitte“ laufen oder beginnen in diesem Jahr die Bauarbeiten.

40 Millonen-Investionen

2015 war das Erneuerungsprogramm für die Innenstadt mit einem Volumen von 40 Millionen Euro in die Wege geleitet worden, mit der Aufnahme des eingangs erwähnten Projektes „ist es förderrechtlich abgearbeitet“, erklärten die Projektverantwortlichen der Stadtverwaltung in dieser Woche in einem Gespräch mit der Redaktion.

Hier wird in diesem Jahr überall an Wir-machen-Mitte-Projekten gebaut.

Hier wird in diesem Jahr überall an Wir-machen-Mitte-Projekten gebaut. © Copyright: Stadt Dorsten/STEPMAP

Abgearbeitet sind aber noch längst nicht die eigentlichen Bauarbeiten. Bis Mitte 2022 läuft das große Stadtumbau-Projekt noch. Hier eine Übersicht, an welchen Ecken und Enden in diesem Jahr gebuddelt wird.

Fußgängerzone

Die Baustelle, die von den Bürgern wegen ihrer zentralen City-Lage wohl am meisten wahrgenommen wird, ist die Fußgängerzone. Mit 5,2 Millionen Euro ist der Umbau dort das zweitteuerste aller „Wir-machen-Mitte“-Projekte.

Auf dem Marktplatz in Dorsten geht es derzeit richtig zur Sache.

Auf dem Marktplatz in Dorsten geht es derzeit richtig zur Sache. © Claudia Engel

Im Mai wird der Marktplatz komplett neu gepflastert sein. Anschließend wird die Recklinghäuser Straße saniert. Dieser letzte Abschnitt soll dann bis Ende 2020 beendet sein.

Hochstadenbrücke/Petrinum

Mit den eingangs genannten Verzögerungen startet in diesem Jahr auch die Sanierung der Außenanlagen des Gebäudekomplexes Petrinum/VHS/Stadtbibliothek. Investitionsvolumen: 3,7 Millionen Euro. Im Juni soll mit der Hochstadenbrücke begonnen werden. Sie bekommt für 400.000 Euro ein neues Licht-und Farbkonzept.

So sieht der Plan für das Petrinum-Gelände aus: Der Schulhof wird neu gestaltet, ein Multifunktionsfeld ist vorgesehen, außerdem werden die Rampen zum Kanal erneuert.

So sieht der Plan für das Petrinum-Gelände aus: Der Schulhof wird neu gestaltet, ein Multifunktionsfeld ist vorgesehen, außerdem werden die Rampen zum Kanal erneuert. © Copyright: Planungsbüro Kemper/Stadt

Anschließend geht es nahtlos weiter mit der Neugestaltung des oberen Petrinum-Schulhofs, der mehr „Aufenthaltsqualität“ bekommen soll. Geplant ist zudem, dass ab Herbst 2020 auch die Rampen zum Kanal behindertengerechter umgebaut werden sollen. Das Gymnasium wird an der Ostseite bis Sommer 2021 außerdem ein Multifunktionsspielfeld bekommen.

Schölzbachtal

Der verschämt und teilweise verrohrt durch die Altstadt fließende Schölzbach wird für 3,1 Millionen Euro ökologisch aufgewertet. Das betrifft gleichermaßen die Gewässerqualität wie auch die Uferbereiche. Die ersten beiden Abschnitte sind in diesem Jahr dran: Am Kindergarten Finkennest und am Alten Postweg starten die Baumaßnahmen im Frühsommer.

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Im kommenden Jahr folgen dann das Klimawäldchen (neben der SB-Tankstelle) sowie der Schölzbach-Park zwischen Amtsgericht und Kirchhellener Allee. Auf Anregung des Beirats für Kunst im öffentlichen Raum wird überlegt, ein Kunstwerk für das Schölzbachtal in Auftrag zu geben.

Bürgerpark Maria Lindenhof

Das Technische Hilfswerk (THW) Gladbeck/Dorsten hat im Bürgerpark Maria Lindenhof bereits erste Rodungsarbeiten durchgeführt - und voraussichtlich ab Sommer wird es dort mit der Umgestaltung so richtig losgehen. Für rund zwei Millionen Euro wird das Parkgelände nach Plänen des Dorstener Landschaftsarchitekten Dirk Venneman attraktiver gemacht.

Das THW hat im Bereich Maria Lindenhof (Petrinum-Umfeld und Bürgerpark Maria Lindenhof) erste Rodungsarbeiten durchgeführt. Die THW-Einsatzkräfte werden dabei gleichzeitig offiziell an der Motorsäge ausgebildet.

Das THW hat im Bereich Maria Lindenhof (Petrinum-Umfeld und Bürgerpark Maria Lindenhof) erste Rodungsarbeiten durchgeführt. Die THW-Einsatzkräfte werden dabei gleichzeitig offiziell an der Motorsäge ausgebildet. © Privat

Los geht es in diesem Jahr mit dem Neubau der Park-Wege und -Eingänge, mit dem „Essbaren“ Garten des „LWL-Wohnhauses“und des Stadtkrone-Bauwerks der holländischen Künstlergruppe „Het Observatorium“. Anschließend wird im Park ein großer Wasserspielplatz gebaut, die Terrassenbar soll überdacht und künftig auch im Winter nutzbar werden, zudem wird die Baum-Piazza vor der Jugendverkehrsschule neu hergerichtet.

Spielflächen- und Bewegungsprogramm

Sechs Fitness-Routen durch das Innenstadtgebiet sowie Teile der Hardt und der Feldmark sollen die Dorstener mit dem 800.000 Euro schweren Spielflächen- und Bewegungsprogramm „mobil“ machen.

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Unterwegs sind dann auf den ausgeschilderten Rundkursen mehrere besondere „Aktivpunkte“ eingerichtet. Einer davon: der Gesundheitspark St. Elisabeth-Krankenhaus, hier werden ab Herbst Mehrgenerationen-Spiel- und Sport-Geräte installiert. Alle anderen Aktivpunkte und die eigentlichen Routen sind ab 2021 an der Reihe.

Bahnhof Dorsten und Bahnhofsvorplatz

Das denkmalgeschützte Gebäude war eine besondere Herausforderung für die Planer - und es ist das kostspieligste der „Wir machen Mitte“-Projekte. Das Gebäude wird komplett saniert und zum „Bürgerbahnhof“ für Vereine, für die „Dorstener Arbeit“ und mit Ausbildungsgastronomie saniert.

Das Schild, das über den Umbau des Bahnhofs informiert, hängt schon seit einigen Monaten. Los geht es allerdings erst im Herbst.

Das Schild, das über den Umbau des Bahnhofs informiert, hängt schon seit einigen Monaten. Los geht es allerdings erst im Herbst. © Michael Klein

Außerdem wird ein neuer Bahnhofsvorplatz gestaltet, dafür wird die stadtseitige Unterführung zugeschüttet. Das alles schlägt mit gut 10 Millionen Euro zu Buche. Beginn der Umbauarbeiten am Bahnhof: Herbst 2020, zunächst wird der später angebaute Süd-Trakt abgerissen. Auch die Arbeiten am Bahnhofsumfeld sollen laut Planungen im vierten Quartal 2020 beginnen.

Grün- und Wegeverbindung an den Bahngleisen

Auf nicht mehr benötigtem früheren Gleisbett soll am Bahnhofsgebäude vorbei für 1,6 Millionen Euro ein neuer „urbaner Fuß- und Radweg“ gebaut werden, der die „Hohe Brücke“ in der Feldmark mit dem Lippedamm in Hervest verbindet. Auf diesem werden auch zwei der Fitness-Routen verlaufen.

Auf dem ehemaligen Gleisbett entlang des hinteren Bereich des Media-Markts (rechts) soll ein ganz neuer Fuß- und Radweg Richtung Hohe Brücke entstehen, der auch Teil des geplanten Fitnessrouten-Systems wird.

Auf dem ehemaligen Gleisbett entlang des hinteren Bereich des Media-Markts (rechts) soll ein ganz neuer Fuß- und Radweg Richtung Hohe Brücke entstehen, der auch Teil des geplanten Fitnessrouten-Systems wird. © Michael Klein

Die Kaufverträge über die ehemaligen Bahnflächen hat die Stadt inzwischen klar, weswegen mit den Bauarbeiten für den Südstrang ab Bahnhof Dorsten bereits im Frühjahr dieses Jahres begonnen werden soll. Geplante Fertigstellung: 2021, anschließend folgt der Nordstrang Richtung Hervest.

Umbau Treffpunkt Altstadt

Neben der Fußgängerzone ist der Umbau des Treffpunkts Altstadt (Auf der Bovenhorst) eines der großen Bauprojekte, die bereits gestartet worden sind. Im Oktober 2019 wurde mit dem Umbau des Alt-Gebäudes begonnen. Es bekommt einen stadtseitigen Eingang, einen neuen Veranstaltungssaal, der offene Kinder- und Jugendbereich wird von den anderen Aktivitäten im Hause räumlich getrennt.

So soll der Treffpunkt Altstadt später aussehen.

So soll der Treffpunkt Altstadt später aussehen. © Copyright: rheinpark_r Architekten

Das Außengelände (unter anderem mit einem Vorplatz und neuem Skater-Bereich) soll im Herbst 2020 angegangen werden. Die Wiedereröffnung des Stadttteilzentrums ist für Frühjahr 2021 geplant. Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro.

Ausbau Klosterstraße

Beim Ausbau der teils maroden Klosterstraße auf 400 Metern Länge zwischen Hafenstraße und Storchsbaumstraße gibt es noch terminliche Fragezeichen. Wegen einer kürzlich erfolgten Gesetzesänderung bei den Straßenausbaubeiträgen werden die Kosten für die Anwohner um die Hälfte reduziert.

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Aber noch hat die Stadt nicht die genauen Ausführungsbestimmungen, weiß also noch nicht, welche detaillierte Auswirkungen das neue Gesetz auf den Förderantrag hat.

Auch der Umbau und die Sanierung der Klosterstraße steht auf der Agenda.

Auch der Umbau und die Sanierung der Klosterstraße steht auf der Agenda. © Michael Klein

Denn für den 1,2 Millionen Euro teuren Umbau gibt es neben den Anliegerbeiträgen auch einen satten Zuschuss vom Land. Ist die Prüfung abgeschlossen, werden zunächst die Versorger und die Kanalbauer tätig. Von diesen Gewerken ist abhängig, wann die Straßenausbauarbeiten beginnen. Ob dies wie geplant in diesem Jahr passiert? Könnte, muss aber nicht.

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