In der Corona-Krise hält das Atlantis den Kopf über Wasser

dzAtlantis Dorsten

Die Schließung in der Corona-Krise trifft auch das Freizeitbad Atlantis hart. Kurzarbeit gilt für viele Mitarbeiter, aber die Rumpfmannschaft erledigt auch Aufgaben außerhalb des Bades.

Dorsten

, 06.04.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war die Schließung des Freizeibades Atlantis vor Weihnachten geplant. Wichtige Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen sollten dann binnen drei Wochen erledigt werden. Die sogenannte „Revisionsphase“ wurde wegen der Corona-Krise vorgezogen, die Schließung jedoch dauert viel länger.

Seit dem 14. März in das beliebte Bad dicht. „Einnahmeausfälle dieser Größenordnung sind nur sehr schwer zu verkraften“, sagt Geschäftsführer Karsten Meyer. „Die letzten sieben guten Jahre und das daraus gesparte Eigenkapital halten uns aber über Wasser.“

Ab dem 23. März hat der städtische Bäderbetrieb einen Großteil des Teams in die Kurzarbeit überführen müssen. Jede Ausgabe ab dem ersten Euro muss nun vom Geschäftsführer genehmigt werden, ab 250 Euro ist sogar eine schriftliche Begründung der Dringlichkeit erforderlich. In der Zeit der Leere ruht der Betrieb allerdings nicht vollständig.

Schon vor der Schließung Material bestellt

„Bereits deutlich vor der Schließungsverfügung haben wir angefangen, Material zu bestellen und einzulagern, so konnten wir direkt loslegen“, erklärt der Technische Leiter Thorsten Gaedeke. „Wenn wir wieder öffnen, werden wir in neuem Glanz erstrahlen“, glaubt Betriebsleiter Christian Krause.

Atlantis Dorsten

Bei den Arbeiten im Atlantis, die überwiegend von eigenen Mitarbeitern vorgenommen werden, gelten die strengen Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Auch der Infektionsschutz spielt derzeit eine wichtige Rolle. © Atlantis Dorsten

Seit zwei Wochen wird im Atlantis gewerkelt, geputzt, gefliest und gebaut. Das Meiste erledigen die etwa 25 verbliebenen Atlantis-Mitarbeiter selbst - „selbstverständlich unter strengen Vorgaben zur Arbeitssicherheit und immer mit dem Blick auf den unbedingt notwendigen Infektionsschutz“, versichert Karsten Meyer.

Was schon passiert ist, was noch kommt

Neben gründlichen Reinigungsarbeiten „bis in die letzte Fuge“ wurden bereits u.a. die Saunabänke aufbereitet, die Decken in den Duschräumen erneuert, Pflaster und Anstricharbeiten erledigt, defekte Fliesen ausgetauscht und Grünflächen teilweise neu gestaltet.

In nächster Zeit werden u.a. die Beckenwasserpumpen ausgetauscht, die Sanitärräume und die Sauna-Duschen erneuert. Das Kuppeldach soll saniert und der Bodenbelag im Eingangsbereich erneuert werden. „Auch eine große Bauwerksprüfung steht auf dem Programm“, so Meyer.

„Zwischen uns passt kein Blatt“

Die Belegschaft hat nach Angaben des Geschäftsführers in der wirtschaftlich schweren Zeit nicht resigniert, sie hat sogar ein noch größeres Gemeinschaftsgefühl entwickelt. „Zwischen uns passt im Moment kein Batt Papier.“ Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass das Atlantis auch in anderen Bereichen aktiv ist und „weitere wichtige Aufgaben für die Stadtgemeinschaft“ erfüllt.

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Vergangene Woche startete ein Notdienst. Hierbei versorgt die Atlantis-Gastronomie unter Leitung von Rolf Bücker einen besonders betroffenen Personenkreis mit frisch zubereitetem Essen und anderen Nahrungsmitteln. Zehn Mitarbeiter des Bäderbetriebes helfen derzeit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Dorsten bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

Viel lieber wäre es ihnen und allen anderen allerdings, wenn bald wieder Wasser in die Becken käme, die Liegewiese freigegeben wäre, die Sauna und der Fitnessbereich öffnen könnten. „Die Schließung war sinnvoll und unvermeidlich“, sagt Meyer, „und dennoch bisher einmalig in der Geschichte des städtischen Bäderbetriebes.“

Und sie dauert noch mindestens bis zum 1. Mai.

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