Als eine der Ersten erhielt Marlies Krämer am Montagvormittag im Impfzentrum ihre Booster-Impfung. Sie musste allerdings Geduld mitbringen. © Stefan Diebäcker
Coronavirus

Impfzentrum in Dorsten startet mit organisatorischen Pannen (mit Video)

Mit einstündiger Verspätung sind am Montag die ersten Menschen im Impfzentrum Dorsten geimpft worden. Die organisatorischen Pannen hatte überwiegend wohl nicht die Stadt zu verantworten.

Als Marlies Krämer gegen 11.30 Uhr als erste das Impfzentrum verließ, zeigte sie stolz ihren Impfausweis. Darin ist jetzt verzeichnet, dass die Dorstenerin am 29. November 2021 ihre Booster-Impfungen bekommen hat. Marlies Krämer atmete erleichtert auf, vor allem auch, weil es länger als erwartet gedauert hatte, bis sie den wichtigen Pieks erhielt.

Kreis hatte keinen Notfallkoffer geliefert

Denn das Impfzentrum im Treffpunkt Altstadt startete am Vormittag mit erheblichen Verzögerungen. So fehlte zum Start vor allem ein Notfallkoffer, den eigentlich der Kreis Recklinghausen liefern sollte. Die Feuerwehr Dorsten wurde kurzerhand um Hilfe gebeten, damit mit einstündiger Verzögerung endlich die Impfungen beginnen konnten. „Ärgerlich“ fand das nicht nur die erste Beigeordnete Nina Laubenthal.

Am frühen Morgen hatte sich Landrat Bodo Klimpel persönlich davon überzeugt, dass das Impfzentrum vermeintlich startklar ist. „Solche Angebote in der Fläche helfen uns enorm, um sowohl die Impfquote insgesamt als auch beim Boostern zu erhöhen“, sagte er laut einer Mitteilung der Stadt. Anschließend wurden die Helfer, darunter viele Freiwillige, eingewiesen.

Rolf Jäger hatte für sich und seine Ehefrau Monika in der vergangenen Woche online den ersten Termin ergattert und nach einer telefonischen Nachfrage aus dem Rathaus seine Schwägerin Marlies Krämer noch dazu gebucht. „Das ging reibungslos.“

„Ein Probelauf wäre wohl besser gewesen“

Nach der Impfung war er nicht mehr so positiv gestimmt. „Dass es zu Beginn etwas holprig zugehen kann, ist klar, aber die Grenze der Zumutbarkeit ist überschritten, wenn in der Anmeldung ein Druckerkabel fehlt. Das wäre bei einem Probelauf sicherlich aufgefallen.“

Während Rolf Jäger wenigstens im Warmen etwa eine Stunde auf die Impfung warten konnte, mussten zeitweise bis zu 50 Personen in der Kälte ausharren. Die Termine waren im Vier-Minuten-Takt vergeben worden, so wie es im Bürgerbüro üblich ist, der Zeitplan war allerdings am Vormittag nicht zu halten.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung verteilten deshalb Süßigkeiten, um die Laune zu heben. Stadtsprecher Christoph Winkel erklärte später die Situation und bat um Entschuldigung.

Kritik von den Wartenden gab es kaum., Bis zur Mittagszeit normalisierte sich die Situation dann, auch weil kurzfristig eine vierte Impfstraße eingerichtet wurde, um den Rückstand aufzuholen. „Jetzt läuft es ganz gut“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Vor dem Treffpunkt Altstadt bildete sich am Montagvormittag eine längere Schlange. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Binnen weniger Tage hatte die Stadt aus einer Baustelle ein Impfzentrum gemacht. Dass hier in der vergangenen Woche noch Handwerker waren, war nicht mehr zu erkennen. Wegen der Verzögerungen zum Start wurde kurzfristig ein zweiter Aufenthaltsraum eingerichtet, um Platz zu schaffen für die Geimpften und den Zeitplan aufzuholen.

Mit dem Landrat hat Bürgermeister Tobias Stockhoff derweil schon Möglichkeiten erörtert, das Impfzentrum auszuweiten. Mehr Impfstraßen und mehr Impftage – beides ist im Treffpunkt Altstadt möglich. Außerdem möchte die Stadt Dorsten schnell Termine anbieten können, sobald die Impfung für fünf- bis elfjährige Kinder empfohlen wird. Entscheiden müssen das aber andere.

Termine für Januar werden zu gegebener Zeit freigeschaltet. Nach Stornierungen können Einzeltermine jederzeit frei werden. Bürgerinnen und Bürgern wird daher empfohlen, das Online-Portal für Terminvereinbarungen unter www.dorsten.de/impfzentrum im Auge zu behalten. Die Stadt Dorsten bittet dringend darum, nicht benötigte Termine im System zu stornieren, damit diese von anderen Interessenten gebucht werden können.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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