Frühestens im Februar werden besonders gefährdete Mitarbeiter im Dorstener Krankenhaus geimpft. Das Land NRW hat einen Impfstopp verhängt, weil Biontech weniger Impfstoff liefern kann als vereinbart. © Robert Wojtasik
Coronavirus

Impfstopp sorgt in Dorsten für Frust: „Wir sind sehr enttäuscht“

Keine Impfungen im Krankenhaus vor Februar und auch ein Altenheim in Dorsten bleibt vorerst auf der Strecke. Der kurzfristig angeordnete Impfstopp wegen Lieferproblemen sorgt für Frust.

Erst hieß es Montag, dann Dienstag, dann Donnerstag – und nun frühestens im Februar. Weil Biontech nicht so viel Impfstoff liefern kann, wie ursprünglich angekündigt, geht das Warten auf den Impfstart im Dorstener Krankenhaus und den anderen Kliniken des KKRN-Klinikverbundes weiter.

Der medizinische Geschäftsführer des Klinikverbundes zeigte sich ernüchtert: „Wir sind sehr enttäuscht über die verspätete Lieferung des ersten Impfstoffs, den wir bereits seit geraumer Zeit sehnlichst erwarten“, sagte Dr. Andreas Weigand. „Nur durch ausreichend Impfstoff können wir mit der gewünschten Immunität die Pandemie bekämpfen.“

Zweitimpfungen sollen wie geplant stattfinden

Die Lieferengpässe wirken sich auch auf andere Bereiche aus. In Alten- und Pflegeheimen wird noch bis einschließlich Donnerstag (21.1.) vereinzelt geimpft, wie der Kreis Recklinghausen mitteilte. Danach sind bis 31. Januar nur noch Zweitimpfungen möglich, die laut NRW-Gesundheitsministerium alle wie geplant durchgeführt werden können.

In Dorsten haben bislang zehn von elf Alten-und Pflegeeinrichtungen die Erstimpfung bekommen. Die zweite Dosis Impfstoff wird etwa drei Wochen nach der ersten Impfung verabreicht.

Impfzentrum geht später in Betrieb

Das Impfzentrum für den Kreis Recklinghausen auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen geht aufgrund der Lieferschwierigkeiten später in Betrieb. Über 80-Jährige sollen sich dort nun ab 8. Februar und damit eine Woche später als geplant impfen lassen können.

Auf die Terminvergabe für eine Impfung im Recklinghäuser Impfzentrum hat der kurzfristig angeordnete Impfstopp keine Auswirkung. Die Terminvergabe soll wie geplant am 25. Januar beginnen. Impfberechtigte erhalten ein Anschreiben mit weiteren Informationen. Die Terminvereinbarung soll ab 25. Januar telefonisch und online möglich sein.

Klimpel: „Wut und Enttäuschung in Einrichtungen groß“

Bislang seien Planungen und Impfungen im Kreisgebiet reibungslos gelaufen, sagte Landrat Bodo Klimpel. Umso enttäuschender sei es, dass schon vereinbarte Termine jetzt nicht stattfinden: „Die Wut und auch die Enttäuschung in den Krankenhäusern und Einrichtungen ist groß und auch wir sind unglücklich über die Entwicklung.“

Der Engpass kam zustande, weil Nordrhein-Westfalen rund 100.000 Impfdosen weniger bekommt als ursprünglich mit Hersteller Biontech vereinbart. Das sei leider auch für das Land NRW nicht absehbar gewesen, sagte Klimpel. Voraussichtlich ab 1. Februar können Erstimpfungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen wieder stattfinden.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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