Impfgegner verteilten diese Zettel mit Falschbehauptungen in Dorsten und legten sie teils nachträglich der Zeitung bei. Die Dorstener Zeitung hat damit nichts zu tun. © Robert Wojtasik
Coronakrise

Impfgegner verteilen Zettel mit Falschinformationen in Dorsten

Impfgegner und Pandemie-Leugner in Dorsten lassen nicht locker. Ihre wirren Wurfsendungen legen sie sogar nachträglich der Tageszeitung bei. Die Dorstener Zeitung distanziert sich.

Mal wieder wollen Corona-Skeptiker und Impfgegner in Dorsten die Menschen verunsichern und Panik verbreiten. Mit Zetteln in Schaufenstern riefen sie schon Händler in der Innenstadt dazu auf, sich über die Coronaschutzverordnung hinwegzusetzen und ihre Geschäfte einfach zu öffnen.

Auch Flyer der fragwürdigen Gruppierung „Ärzte für Aufklärung“ wurden unter anderem in Lembeck verteilt. Darin wird vor vermeintlichen Gefahren des Maskentragens für Kinder gewarnt.

Die großen Verbände in der Kinder- und Jugendmedizin haben längst in einer gemeinsamen Stellungnahme klargestellt, dass „unerwünschte Wirkungen von Masken mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen“ seien. Der Kopf der „Ärzte für Aufklärung“ wettert auf Querdenker-Demos gegen die Maskenpflicht. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Ausstellens unrichtiger medizinischer Zeugnisse, das kann zum Beispiel ein Blanko-Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht sein, wie sie auch einige Unterstützer der Gruppe ausstellten.

Impfgegner verteilen Zettel in Wulfen

Aus Wulfen und Wulfen-Barkenberg erreichten die Redaktion nun am und nach dem Wochenende mehrere Hinweise von Lesern, die erneut dubiose Wurfsendungen in ihren Briefkästen hatten. In dem Schreiben, das offensichtlich Impfgegner verteilten, wird unter anderem vor einem „genverändernden Gift“ gewarnt.

Diese Behauptung wird schon seit Monaten verbreitet. Es sind allerdings keinerlei Hinweise bekannt, dass mRNA-Impfstoffe die DNA verändern. Das mache auch biologisch „einfach keinen Sinn“, sagte Sandra Ciesek, Virologin am Universitätsklinikum Frankfurt, im Januar.

Zettel nachträglich der Zeitung beigelegt

In einigen Fällen ist der Zettel nachträglich der Dorstener Zeitung beigelegt worden. „In aller Deutlichkeit stellen wir fest, dass unsere Zeitungsboten nichts mit der Verbreitung dieser Flugblätter zu tun haben“, betont Christoph Winck, Verlagsleiter der Dorstener Zeitung.

Das lasse sich sogar beweisen: „In Barkenberg ist es Anwohnern gelungen, das mit Bildern einer Überwachungskamera zu belegen“, so Winck. „Erst kommt der Zeitungszusteller, Minuten später folgt der anonyme Flugblattverteiler. Wir distanzieren uns von den Inhalten der Flugblätter und von der Art und Weise ihrer Verbreitung.“

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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