Es dauerte am Montagmorgen eine Stunde, bis endlich geimpft wurde. Die Verzögerung hatte aber nicht die Stadt zu verantworten. © Stefan Diebäcker
Meinung

Impf-Ärger zum Start: Der Kreis RE lässt Dorsten im Regen stehen

Mehr als 4.600 Menschen werden bis Jahresende im Impfzentrum Dorsten geimpft. Eine tolle Leistung, doch der holprige Start war völlig überflüssig.

Landrat Bodo Klimpel überzeugte sich am frühen Montagmorgen höchstpersönlich davon, dass Dorsten binnen weniger Tage ein funktionsfähiges Impfzentrum an den Start gebracht hat. Vielleicht hätte Klimpel noch mal im eigenen (Kreis-)Haus nachfragen sollen, ob auch dort alles getan wurde für einen reibungslosen Start.

Denn das war leider mitnichten so. Da wurde ein Notfallkoffer nicht geliefert, ohne den die Ärzte überhaupt nicht impfen dürfen. Ebenso kamen Druckerkabel, Anmeldeformulare und Stempel verspätet im Treffpunkt Altstadt an. Kann vielleicht passieren, ist aber eben doch ziemlich ärgerlich in einer Zeit, in der es ums lebenswichtige Impfen geht – und um Überzeugungsarbeit für alle, die immer noch dagegen sind.

Der holprige Start hatte aber auch sein Gutes. So zeigte sich mal wieder, wenn auch unabsichtlich, dass die Dorstener Fehler verzeihen, wenn es um die gute Sache geht. Kaum ein kritisches Wort war zu vernehmen, geduldig harrten die Menschen in der Kälte aus, waren dankbar für ein paar erklärende Worte und einen Schokoriegel als Nervennahrung.

Und weil unter den Wartenden auch Hans Schuster von der Event-Firma „Nightaffairs“ war, gibt es jetzt unbürokratisch noch ein paar Pavillons mehr vor der Tür zum Impfzentrum. So macht man das in Dorsten, wenn der Kreis die Stadt im Regen stehen lässt.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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