„Der Hund ist der beste Freund des Menschen", sagt Videograph Sascha Djurevic - und diese Innigkeit hat er auch beim Auftrag für Vanessa Großmannn (mit Hund „Bacon") dokumentiert. © Michael Klein
Tierfilme

Hunde-Videograf erschafft bewegende Erinnerungen für seine Kunden

Sascha Djuranic aus Dorsten hat eine Marktlücke entdeckt: Er dreht schöne Hunde-Videos. Denn viele Besitzer wünschen sich bewegte und bewegende Erinnerungen an ihre Lieblinge.

Der Kleine ist anfangs ein bisschen ungezogen: Dackelmischling Paul (7) würde lieber durchs Unterholz streunen als brav vor der Kamera zu posieren. Und auch Bacon (2), der sonst so gelassene bullige und 50 Kilo schwere Vertreter der Rasse „Cane Corso Italiano“, scheint zunächst ein wenig nervös. Kein Wunder: Ist ja eine ungewohnte Erfahrung für ihn, als „Hauptdarsteller“ in einem Videofilm mitzuwirken.

Doch mit ein paar Leckerchen gewinnt Sascha Djuranic schnell das Vertrauen der beiden Tiere. Mit Hunde-Besitzerin Vanessa Großmann hat er sich im Barloer Busch getroffen, um hier im Stadtwald von Dorsten und am Rapphoffs Mühlenbach Filmaufnahmen von „Frauchen“ und ihren beiden Lieblingen zu machen.

Sascha Djuranic macht auf seinem Auto Werbung für sein Videografie-Angebot.
Sascha Djuranic macht auf seinem Auto Werbung für sein Videografie-Angebot. © Michael Klein © Michael Klein

Denn der Dorstener ist Videograf mit dem Schwerpunkt Hunde-Porträts. „Ich bin so ziemlich der einzige, der so etwas in Deutschland anbietet“, sagt er.

Videos wecken Emotionen

Noch macht er den Job nebenberuflich, „doch irgendwann möchte ich davon leben können“. Einige dieser Videos hat er unter dem Label „Djuranic Videografie“ inzwischen auf Internet-Portalen wie Youtube, Facebook, Instagram und auf seiner Homepage (www.djuranic-videografie.de) hochgeladen. Professionell und mit viel Einfühlungsvermögen produziert.

„Der Hund ist der beste Freund des Menschen, das spüre ich auch bei meinem eigenen Hund immer wieder“, sagt der 42-Jährige. Und das soll auch in seinen Videos zu erleben sein, betont er. „Fotos von unseren Vierbeinern haben wir meist in Massen, Videos jedoch wecken in uns ganz andere Emotionen“, erklärt der Dorstener.

Schönes Andenken bewahren

„Sollten meine Tiere irgendwann nicht mehr leben, möchte ich weiter ein schönes Andenken an sie bewahren“, sagt Vanessa Großmann. Die Weselerin, die hobby-mäßig Hundesport mit ihren Tieren betreibt, hat mit ihrem Freund im Internet ein Hundevideo von Sascha Djuranic entdeckt. „Der Film ist unser Weihnachtsgeschenk“, sagt sie.

„Meine Videos sind nicht nur einfache, mit dem Handy gedrehte Clips. Hinter jedem Kurzfilm steckt eine Menge Arbeit“, erklärt der Filmemacher. Ein Vorgespräch mit dem Besitzer, um seine Ideen und Wünsche zu erfahren, sei ein absolutes Muss. „Dabei kann ich auch schon einiges über den oder die Hauptdarsteller erfahren.“

Um dann ein kleines Drehbuch konzipieren. Auch für das ungleiche Paar Bacon und Paul. „Harmonie der Gegensätze“, heißt der wunderschöne Zweieinhalb-Minüter.

Inniges Verhältnis

Große Vorgaben hatte Auftraggeberin Vanessa Großmann dafür nicht gemacht. „Mir ist es nur wichtig, dass die Beziehung zwischen mir und den Tieren und unsere Innigkeit deutlich wird.“

Bacon gibt ihr Pfötchen, Paul schmust mit ihr, mit beiden Hunden spaziert sie durch Wald und über den Deich – und die Kamera läuft währenddessen. „Den geliebten Freund auch später noch einmal in glücklichen Momenten zu sehen, spielend, rennend, entdeckend, mit seinen Bewegungen, seinen Macken, seiner Einzigartigkeit“ – dieses Glücksgefühl will Sascha Djuranic den Auftraggebern geben.

So sehen zufriedene Hauptdarsteller aus: Sascha Djuranic mit Hund Bacon. © Privat © Privat

Und dazu gehört auch die Wahl der geeigneten Location, je nach Wunsch der Kunden. Ein Plansch-Termin mit Paul und Bacon am Auesee in Wesel ist deshalb an diesem Drehtag auch noch vorgesehen.

„Ungeheure Faszination“

„Schon als kleiner Junge hat die Filmerei auf mich eine ungeheure Faszination ausgeübt“, sagt der Dorstener, der hauptberuflich als schweißtechnischer Ausbilder tätig ist.

Vor ein paar Jahren begann er, mit seinem Hund Bobbi Videos von hundefreundlichen Campingplätzen, Stränden und touristischen Sehenswürdigkeiten zu drehen und auf seinem Youtube-Kanal zu veröffentlichen.

„Ein Wohnmobilvertreter meinte, dass ich unbedingt mehr aus meinen Hobby machen solle“, so der 42-Jährige. „Zumal es sich hier um eine echte Marktlücke zu handeln scheint.“ Nach und nach schaffte sich der Dorstener das notwendige Equipment an. Und nahm an einem Online-Lehrgang für Videografie teil.

Die schönsten Szenen schneidet Saschas Djuranic am Computer zusammen. © Privat © Privat

„Dabei entstand ehrenamtlich ein Imagefilm für das Dorstener Tierheim, auf den ich nach wie vor sehr stolz bin.“ Immerhin seien dadurch gleich mehrere Interessenten auf ihn aufmerksam geworden – unter anderem das Freizeitbad Atlantis, für das er ein Weihnachtsgruß-Video mit Tanz und Musik gedreht hat.

Jeder Hund ist anders

Bei den Dreharbeiten muss sich der Dorstener immer wieder neu auf die Charaktereigenschaften der Hunde einstellen. „Manche mögen keine Geräusche von Kameradrohnen, andere sind gar nicht schreckhaft, manche sind gut trainiert, andere gehorchen überhaupt nicht aufs Wort.“

Er versucht, auf jedes Tier einzugehen. Wie kürzlich beim Dreh mit dem alten Hund, der nicht mehr allzu lange leben wird. „Da erwarte ich keine Kunststückchen, der sollte sich so geben, wie er ist.“

Waldspaziergang mit Nahaufnahme von den Hunden „Bacon
Waldspaziergang mit Nahaufnahme von den Hunden „Bacon“ und „Paul“ © Michael Klein © Michael Klein

Jedes Hunde-Alter habe seinen eigenen Reiz, sagt er: „Ob der Welpe, dessen Tapsigkeit und Neugierde im Video festgehalten wird, oder eben der alte Hund, für den jeder Spaziergang noch eine Besonderheit darstellt.“

Zehn Stunden Arbeit

Mehrere Stunden dauert ein Dreh. „Anschließend schneide ich den Film und unterlege ihn mit der passenden Musik“, sagt der Dorstener: „Dies unterstreicht nochmal die emotionalen Momente.“

Die Musik ist lizenzfrei, die Kunden können die Filme also überall hochladen. Und wer dazu Text haben möchte, dem besorgt Sascha Djuranic sogar einen Profi-Sprecher. Bei Vanessa Großmann läuft das Video mit Bacon und Paul übrigens in Dauerschleife: „Ich habe jedes Mal Tränen in den Augen, so schön ist es geworden.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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