Ein Teil der Hürfeld-Halde (hier gegenüber Poco und Hagebaumarkt Sender) ist bereits kultiviert und soll aus der Bergaufsicht entlassen werden. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Bergbau

Hürfeld-Halde: Stadt zerpflückt das Konzeptpapier der Bergbau-Behörde

Bereits hergerichtete Bereiche der Hürfeld-Halde sollen raus aus der Bergaufsicht. Doch die Stadt äußert deutliche Kritik an den unvollständigen ersten Unterlagen der Bergbaubehörde.

Es ist der erste Aufschlag, um die bereits grün gestalteten und kultivierten Bereiche der Hürfeld-Halde aus der Bergaufsicht zu entlassen – und um das Landschaftsbauwerk im Dorstener Osten offiziell zugänglich zu machen. So weit, so gut, denn so kommt schon mal Bewegung in die Zukunftsplanung für die vom Bergbau nicht mehr benötigte Halde.

Doch die Unterlagen, die die für Bergbau-Angelegenheiten zuständige Bezirksregierung Arnsberg der Stadt Dorsten zum Einstieg in den sogenannten „Abschlussbetriebsplan“ (ABP) mit der Bitte um Stellungnahme zugesendet hat, hat das Dorstener Rathaus mit deutlicher Kritik – und der dringenden Aufforderung nachzubessern – an den Absender zurückgeschickt.

Lange Liste der Kritik

Fehlerhaft, unsauber formuliert, unvollständig – die Liste der Kritikpunkte hinsichtlich in der Antwort der Stadtverwaltung hinsichtlich des geplanten Untersuchungskonzeptes ist lang.

„Ich hoffe, dass wir bald eine Ergänzung bekommen und die Unterlagen dann detaillierter sind“, betonte Dagmar Stobbe (Planungsamt der Stadt) jetzt im Dorstener Planungs- und Umweltausschusses, in dem die Stadt ihre Stellungnahme vorstellte.

Die Stadt bemängelt, dass überhaupt nicht deutlich wird, für welche Bereiche das Ende der Bergaufsicht beantragt wird. In dem Untersuchungskonzept stehe beispielsweise, dass die „noch nicht fertig gestellten Haldenbereiche“ im Rahmen des ABP-Verfahrens kultiviert werden.

„Daraus könnte man schließen, dass eine Folgenutzung nicht angestrebt“ sei, so die Stadt: Angesichts der Diskussion um die Errichtung einer Bauschuttdeponie auf der Halde „kann dies jedoch so nicht gemeint“ sein.

Ein Teil der Hürfeld-Halde ist schon seit Jahren begrünt, darf aber noch nicht betreten werden. © Michael Klein © Michael Klein

Auch dass laut Konzept-Lageplan die nicht kultivierten Flächen verpachtet sein sollen, stößt der Stadt auf. Die bestehenden Genehmigungen lassen nämlich „eine anderweitige Nutzung außerhalb von Bergmaterial nicht zu“: „Es ist deshalb unabdingbar, die geplante Folgenutzung darzulegen.“ Erst dann könne beurteilt werden, ob die geplanten Endgestaltungmaßnahmen überhaupt die richtigen für die Haldenzukunft seien.

Die Stadt zählt weitere Mängel auf: Das Papier betrachte die Grundwassersituation überhaupt nicht, auch nicht die Ablagerungen aus dem Regenrückhaltebecken, es müsse noch die Standfestigkeit der Halde in den Blick nehmen, das Thema Erosionsschäden an Böschungen und Haldengräben müsse mit aufgenommen werden und und und.

„Keine Aussagen zur Nutzung“

Die Stadt möchte, dass die Halde nach Freigabe als Freizeit- und Erlebnisraum genutzt wird. „Die Unterlagen beinhalten aber keine Aussagen zu einer möglichen Nutzung nach Schütt-Ende“, kritisiert sie. Außerdem stehe darin nichts zu der jetzigen und künftigen Gestaltungs- und Rekultivierungsplanung des Landschaftsbauwerks.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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