Hochstadenbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten wird zur „Grauzone“

dzBrückensanierung

Für rund 400.000 Euro wird die Hochstadenbrücke über dem Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten noch in diesem Jahr neu gestaltet. Das Bauwerk wird dabei zur „Grauzone“.

Dorsten

, 06.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die schmuddelige Hochstadenbrücke über dem Wesel-Datteln-Kanal ist wahrlich kein Schmuckstück mehr. Doch für 400.000 Euro (davon 80 Prozent aus Fördermitteln für das Stadtumbau-Projekt „Wir machen Mitte“) soll der Übergang zwischen Mercaden-Einkaufszentrum und Gymnasium-Petrinum-Komplex noch in diesem Jahr neu gestrichen, mit neuem Boden und neuer Beleuchtung versehen werden.

Ohne farbliche Akzente

Allerdings wird die Brücke künftig ohne besondere farbliche Akzente auskommen, sondern bekommt lediglich unterschiedliche Grautöne. Das beschloss der Dorstener Umwelt- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag mit einer Enthaltung. Die roten „Dach-Hütchen“ werden künftig anthrazit-farben daherkommen, ebenso die unteren mit Graffiti beschmierten Brücken-Stützen an den beiden Kanalpromenaden. Die Widerlager an den Brückenköpfen erhalten ein mittelgraues Outfit, der Überweg und die Betonelemente an den Balkondächern werden hellgrau.

Mehrere Diskussionsrunden

Dem Beschluss waren mehrere Diskussionsrunden vorausgegangen. Die Planungsbüros „Greenbox“ und „lichtraumstadt planung“ hatten mehrere Vorschläge für ein Farbkonzept erarbeitet, die im Februar dem „Beirat für Kunst im öffentlichen Raum“ vorgelegt wurden. Die Stadtverwaltung hat der Politik anschließend im April eine blau-grau-rot-weiße Version vorgeschlagen. Doch damit waren die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses nicht einverstanden und forderten eine neue Behandlung des Themas im Kunst-Beirat.

Rotbrauner Bodenbelag

Dessen Mitglieder änderten in nicht-öffentlicher Sitzung in der vergangenen Woche nun nicht nur die Außenoptik, sondern auch den Bodenbelag. Der Boden bekommt nun nicht mehr den eigentlich vorgesehenen rötlich-orangenen Kaltplastikbelag, der an eine Tartanbahn erinnert, sondern bekommt eine rotbraune Farbe, angepasst an die Mercaden-Klinkerfarbe.

Neues Beleuchtungskonzept

Die Dächer sollen farbig beleuchtet werden, der Boden unter den Hauben wird mit neutraler Farbe illuminiert. Auch die Geländer-Handläufe geben unterseitig ein bodennahes Licht ab. Auf jedem Brücken-Balkon wird eine Bank aus Stahl aufgestellt (diese waren zunächst im Gehwegbereich vorgesehen), der Zugang zu den äußeren beiden Balkonen wird barrierefrei, die Kante zu den mittig liegenden Balkonen muss aber bleiben.

Politik nahm sich zurück

CDU-Sprecher Rainer Thieken erklärte am Dienstag in der Umwelt- und Planungssausschuss-Sitzung, die Politik habe sich in der Beirats-Sitzung zurückgenommen. Vor allem die Fachkommission, sprich: die berufenen Kunstexperten, hätten sich mit dem Thema auseinandergesetzt: „Wenn wir diese ernst nehmen wollen, sollten wir ihrem Vorschlag folgen“, so Thieken.

Nadja Pleßmann (UBP) krisitierte, dass die Politik abstimmen sollte, ohne eine Visualisierung des neuen Vorschlags vor sich haben. Sie hätte gerne die rote Farbe der Dächer beibehalten. Ausschuss-Vorsitzender Friedhelm Fragemann entgegnete jedoch, dass die Stadt in dieem Fall Gefahr laufe, den finanziellen Zuschuss zu verlieren. „Eine bloße Renovierung des jetzigen Zustandes ist nicht förderfähig“, betonte er.

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