Hinterhöfe nach vorn bringen

DORSTEN Verwinkelt, verstellt, verbaut - verschenkt! Dieses traurige Fazit drängt sich nach einem Blick in die Hinterhöfe der Altstadt auf. Was eigentlich als "stille Reserve" der Stadtplaner gilt, erinnert stark an eine große Rumpelkammer

von Von Klaus-Dieter Krause

, 07.07.2008, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kleine Läden und eine Gastronomie mit Pfiff lockt Passanten in den hintersten Winkel. Was ganz nebenbei dazu führt, dass Innenstädte viel besser vernetzt sind und Nebenstraßen aufblühen, weil auf diese Weise viel mehr neugierige Kunden den Weg dorthin finden.

Kleine Läden und eine Gastronomie mit Pfiff lockt Passanten in den hintersten Winkel. Was ganz nebenbei dazu führt, dass Innenstädte viel besser vernetzt sind und Nebenstraßen aufblühen, weil auf diese Weise viel mehr neugierige Kunden den Weg dorthin finden.

Auch in Dorsten hat die Stadtspitze vor Jahrzehnten Überlegungen angestellt, ob nicht durch eine Aufwertung der Innenhöfe die "Durchblutung" des Stadtkerns gefördert werden könnte. "Pulsierendes Leben auch links und rechts der Fußgängerzonen" lautete die Zielsetzung.

Viele Hürden stehen im Weg

An den Gründen, warum die ehrgeizigen Pläne scheiterten, hat sich bis heute nichts geändert. "Allzu viele rechtliche und finanzielle Hürden stehen im Weg", bedauert Stadtbaurat Frank Gläßner , "es gibt sehr viele verschiedene Eigentümer, die diese Flächen als Stellplatz für ihre Autos oder als Abstellraum brauchen." Die Beteiligten zu ihrem Glück zu zwingen, das kommt für die Stadt aus einer Vielzahl von Gründen nicht in Frage: "Selbst wenn wir die Mittel hätten, bauliche Voraussetzungen zu schaffen, wer garantiert uns denn, dass wir die richtigen Betreiber finden, die den neuen Raum tatsächlich beleben?"

Bleiben zwei Möglichkeiten, wie Dorstens Hinterhöfe aus dem Abseits geholt werden könnten: Wenn sich die Immobilien-Eigentümer zu Standortgemeinschaften zusammen schließen, die Kosten und Erträge teilen und den Raum gemeinsam nutzen. Um solche Lösungen zu erleichtern, hat das Land das neue ISG-Gesetz geschaffen. Falls sich ein finanzstarker Investor findet, der entsprechende Immobilien erwirbt und ein funktionierendes Innenhof-Modell schafft. Dieses könnte dann zur Keimzelle für Nachahmer werden, falls es sich gut rentiert.

Die Stadt, so Gläßner, würde solchen Initiativen keine Steine in den Weg legen, sondern dafür rote Teppiche ausrollen.  

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