Herrenlose Fahrräder sorgen für Verärgerung bei Pendlern an einem Bahnhof in Dorsten

dzRadverkehr

Sie vergammeln in den Fahrradständern oder liegen auf dem Boden: Herrenlose Zweiräder sorgen für Unmut bei Pendlern am Bahnhof in Dorsten-Rhade. Der Stadt ist das Problem nicht bekannt.

Dorsten

, 27.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bahnpendler, die ihr Fahrrad am Rhader Bahnhof abstellen wollen, um dort mit dem Zug weiterzufahren, haben Angaben von Beobachtern zufolge derzeit immer wieder mit einem großen Ärgernis zu kämpfen: Die freien Plätze der Radabstell-Anlage nahe der Bahngleise an der Gemener Straße sind insbesondere bei gutem Wetter inzwischen rar geworden.

Lange nicht bewegt

Der Grund sind Räder, die hier irgendwann mal abgestellt und seitdem augenscheinlich lange Zeit nicht mehr bewegt worden sind. Einige von ihnen vergammeln in den Fahrradständern oder liegen quer auf dem Boden. Deswegen müssen Pendler ihre eigenen Räder ungeschützt unter freiem Himmel abstellen.

„Noch keinerlei Hinweise“

Bei der Stadt ist dieses Problem indes noch nicht bekannt geworden. Die Kollegen in den Fachämtern seien bislang weder auf herrenlose oder demolierte Fahrräder aufmerksam gemacht worden, erklärte Christoph Winkel, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung: „Es hat noch keinerlei Feststellungen, Beschwerden oder Hinweise gegeben – weder von Bürgern noch von Mitarbeitern.“

Von sich aus werde die Stadt nicht tätig. Denn zunächst sei immer davon auszugehen, dass ein Fahrrad bewusst irgendwo abgestellt wurde, so Winkel: „Auch, wenn es längere Zeit an einem Standort steht, wenn es ein älteres Modell ist oder wenn es jemand umgeschubst hat.“ Er rät den Betroffenen: „Wenn tatsächlich ein Fahrrad über mehrere Wochen im öffentlichen Raum sichtbar nicht bewegt wurde, sollte das Fundbüro informiert werden, das solche Räder registriert.“

Für viele Städte ein Problem

Laut Städte- und Gemeindebund stellen Schrotträder für viele Kommunen inzwischen einen hohen finanziellen und personellen Aufwand dar. Vor allem in Groß- und Unistädten kontrollieren städtische Mitarbeiter regelmäßig die Radparkplätze an den (Bus-)Bahnöfen, täglich müssen dort Hunderte herrenloser Räder aus dem Verkehr gezogen werden. Bevor die Schneidbrenner ihr Werk tun und die Räder schließlich abgeräumt werden, geben die meisten Städte den Besitzern eine Warnung ans Rad: Banderolen künden von der letzten Frist bis zur Entsorgung.

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Jedoch bremst ein rechtliches Problem die Städte: Auf öffentlichen Plätzen gibt es keine Höchstparkdauer - Räder einfach wegzunehmen, wäre folglich illegal. Nur wenn sie platt sind oder nicht mehr fahren können, parken sie nicht mehr im rechtlichen Sinne, sondern gelten als Abfall und nicht mehr als Fahrzeuge.

„Keine Überlastung“

In Dorsten würden die Rad-Parkplätze in der Regel von den Bürgern gut genutzt, „eine Überlastung besteht aber nicht“, so Christoph Winkel. Am Dorstener Bahnhof kommen sogar noch neue Abstellplätze hinzu: „Nach aktuellem Planungsstand sollen im direkten Bahnhofsumfeld circa 35 Fahrradanlehnbügel bereitgestellt werden, damit werden 70 neue Abstellplätze für Fahrräder geschaffen“, erklärte Christoph Winkel.

Radstation wird attraktiver

Zudem wird im Zuge des Bahnhofsumbaus die Radstation zum Bahnhof hin geöffnet. Eine zusätzliche Tür an der Ostseite des Gebäudes soll künftig den Weg zum Bahnsteig verkürzen. „Damit wird die Radstation für Bahnreisende und Besucher des Bürgerbahnhofs sicher an Attraktivität gewinnen.“ Neben der Radstation befinde sich außerdem eine weitere Fahrradabstellanlage an der Gelsenkirchener Straße.

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An den Stadtteil-Bahnhöfen gibt es in Dorsten folgendes Fahrradparkplatz-Angebot:
  • Bahnhof Rhade (22 Fahrradboxen, 38 überdachte Fahrradbügel),
  • Bahnhof Wulfen (sechs Fahrradboxen, 33 Fahrradständer nicht überdacht),
  • Bahnhof Hervest (acht Fahrradboxen, 30 überdachte Fahrradbügel),
  • Bahnhof Deuten (zehn Fahrradbügel),
  • Bahnhof Lembeck (überdachte Fahrradabstellanlage mit 30 Stellplätzen).
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