Stefan Diebäcker (M., unten) kommentiert den Ausgang der Bundestagswahlen im Wahlkreis 125. © Montage Leonie Sauerland
Meinung

Herr Gerdes, dieser Sieg ist auch eine Verpflichtung!

Der Wahlkreis 125 bleibt in SPD-Hand. Das kommt nicht überraschend. Aber dieser Erfolg bei der Bundestagswahl, der vor einem Jahr zweifelhaft schien, ist auch eine Verpflichtung.

Am Ende war es wie immer: Die SPD triumphiert in Bottrop und Gladbeck, der CDU-Kandidat liegt in Dorsten vorne. Da muss man kein Mathematiker sein, um zu wissen: Das reicht nicht! Vor vier Jahren war es vergleichsweise knapp, diesmal wieder sehr deutlich.

Weder Michael Gerdes noch Sven Volmering werden bestreiten, dass der Bundestrend, jene viel zitierte Stimmung im Land ihnen geholfen oder eben geschadet hat. Beide sind mit Ausnahme der letzten Wahlkampf-Wochen in Dorsten nicht sonderlich auffällig geworden, was zumindest für den Sozialdemokraten und amtierenden Bundestagsabgeordneten kein besonders gutes Zeugnis ist.

Da darf in der nächsten und wahrscheinlich letzten Legislaturperiode durchaus etwas mehr kommen, Herr Gerdes! Dieser Sieg ist auch eine Verpflichtung, sich für Dorsten noch mehr zu engagieren.

Das war‘s dann wohl für Volmering in Dorsten

Sven Volmering hat in den letzten Wochen sehr viele Klinken geputzt, um das Ruder noch herumzureißen. Es war ein hoffnungsloses Unterfangen. Volmering mag es schon geahnt haben, als Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union gekürt wurde. Er hätte lieber den nicht minder umstrittenen Friedrich Merz in dieser Rolle gesehen.

Für den Bocholter dürfte es nach der neuerlichen Niederlage der Abschied aus dem „Dorstener“ Wahlkreis gewesen sein. Die CDU, aber wohl auch die SPD werden sich frühzeitig Gedanken machen müssen, wer in vier Jahren nach Berlin soll. Zwei neue Gesichter für die beiden großen Volksparteien, da werden dann die Karten neu und vielleicht auch anders gemischt.

Für Kim Wiesweg und Lisa Ellermann war die Bundestagswahl 2021 erst der Anfang. Die Grüne und die Linke streben in die Politik, weitere Kandidaturen – im Bund, Land oder auf kommunaler Ebene – sind sehr wahrscheinlich.

Für ihre Heimatstadt ist das ein gutes Signal. Dorsten braucht frischen Wind in der Politik. Kim Wiesweg (24) und Lisa Ellermann (19) können, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, Vorbild sein für junge Menschen, sich einzumischen.

AfD verliert an Zuspruch

Einmischen, das macht auch die AfD seit geraumer Zeit, oftmals allerdings nur mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten. Das Ergebnis von diesem Sonntag ist vielleicht ein Fingerzeig, dass der Rückhalt für die Rechten schwindet.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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