Der 250-seitige „Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 2021" ist ab Donnerstag (26. November) erhältlich. © Jürgen Moers
Heimatkalender

Heimatkalender macht Vergangenheit und Gegenwart in Dorsten lebendig

Die aktuelle Ausgabe des Heimatkalenders ist ab Donnerstag (26.11.) erhältlich. Auf 250 Seiten versammelt das Buch interessante Dorstener Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart.

Normalerweise wird seine Veröffentlichung als kleines gesellschaftliches Ereignis begangen. Es gibt Reden, es gibt Musik, es gibt Häppchen in einer feierlichen Atmosphäre, und die ersten noch druckfrischen Exemplare werden an die gespannt harrenden Autorinnen und Autoren übergeben.

Doch bei seinem 80. Jahrgang ist alles anders. Denn die Coronakrise hat auch dem Redaktionsteam des „Heimatkalenders der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 2021“ das übliche Prozedere komplett verhagelt.

250 Seiten stark

„Wer hätte gedacht, dass uns in unserer heutigen aufgeklärten Zeit mit unserer vermeintlich wunderbaren Wissenschaft eine Pandemie erreicht, eine Seuche, die wir uns vielleicht ins Mittelalter gehörig vorstellen können, aber doch nicht in unsere Zeit der modernen Medizin“, betont im Vorwort Werner Wenig, Vorstandsmitglied des hiesigen „Heimatbunds“, der das 250-Seiten-Werk herausgegeben hat. So muss auch der aktuelle Heimatkalender nun still, leise und kontaktfrei das Licht der Welt erblicken.

Auch in seiner aktuellen Ausgabe richtet das Nachschlagewerk, das ab Donnerstag (26. November) erhältlich ist, den Blick zurück in die Vergangenheit von Dorsten und den Ortschaften, die einst die Herrlichkeit Lembeck bildeten. Heimatfreunde und -forscher beschäftigen sich dabei zum Beispiel mit so unterschiedlichen Themen wie „Der Übergang des Oberhofes Schermbeck vom Kloster Werden an die Grafschaft Kleve“, dem „Werdegang eines traditionellen Wirtshauses in Erle“, mit der Geschichte des Torfvenns in Lembeck – und in diesen pandemischen Zeiten darf auch eine Abhandlung über den Umgang mit Lepra-Erkrankten im Mittelalter und der frühen Neuzeit („Angesteckt – Ausgrenzt – Ausgesetzt“) nicht fehlen.

Die Dorstener Geschichtsstationen sind fotografisches Schwerpunktthema im neuen Heimatkalender, hier Christoph Höller, Andre Mecking und Raimund Sichmann an der Tafel in Rhade. © Jürgen Moers © Jürgen Moers

Und auch da, wo der Heimatkalender wie gehabt interessante Bögen schlägt in das aktuelle Leben in der Lippestadt, nimmt das Hauptereignis dieses Jahres breiten Raum ein. Auf zehn Seiten gibt es unter dem Thema „Dorsten und das Virus“ Ausschnitte aus der Frühjahrs-Berichterstattung der Dorstener Zeitung.

Ansonsten allerhand Lehrreiches: beispielsweise über die gemeinnützige Arbeit der „Kleinespel-Stiftung“, über die Beschäftigungsgesellschaft „Dorstener Arbeit“, über das Jubiläum „75 Jahre Gemischter Chor Lembeck“ und die Aktivitäten des Heimatfreundes Walter Biermann, die in die Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Stadt Dorsten an ihn mündeten.

Geschichtsstationen im Fokus

Schon traditionell sind die schönen Foto-Porträts des Fotografen Jürgen Moers. Für diese Ausgabe hat er Dorstener Geschichtsstationen mit ihren jeweiligen „Machern“ in den Fokus genommen – die Bilder, die durch zwei Texte zum Thema flankiert werden, ziehen sich durch das gesamte Buch.

„Natur und Umwelt“ (mit einem langen Artikel über den Barloer Busch und Pferde als Lernpartner an der Agathaschule), „Brauchtum“ (Frauenkarneval auf der Hardt), „Literarisches“ (mit Geschichten und Gedichten heimischer Autoren) und „Interessantes“ (unter anderem mit einem Artikel über Sammler von Devotionalien der ehemaligen Rose-Brauerei in Wulfen) lauten die weiteren Rubriken.

Chronik darf nicht fehlen

Und die anhängende Chronik von September 2019 bis August 2020 listet auch all das auf, was abseits von Corona in Dorsten passiert ist. „Dieses Buch will nicht am Stück gelesen werden“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff in seinem Vorwort. „Es ist ein Blätterwerk, das man immer wieder aufschlagen kann, um sich festzulesen an den vielen Facetten unserer Geschichte, die oft bis in die Gegenwart reicht.“

Und dies sogar bis zur jüngsten Kommunalwahl: „Triumph für Stockhoff und die CDU“, ist dieser Beitrag betitelt, an dem sich der im September wiedergewählte Bürgermeister sicherlich auch gerne festgelesen hat.

Der Heimatkalender ist ab Donnerstag (26. November) in den Buchhandlungen „König“ (Lippestraße) und „Schwarz auf weiß“ (Freiheitsstraße), bei den Sparkassen und Volksbanken, bei der Stadtinfo (Recklinghäuser Straße), bei den Heimatvereinen und bei der Dorstener Zeitung (Südwall 27) erhältlich. Er ist in der Auflage von 1100 Exemplaren gedruckt worden und kostet im Verkauf 10 Euro.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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