Heftige Kritik nach Abschiebung zweier Türken

DORSTEN Die missglückte Abschiebung zweier seit fast 20 Jahren in Dorsten lebenden Flüchtlinge in die Türkei schlägt hohe Wellen. Freunde und Verwandte der beiden Betroffenen sind empört.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 24.04.2009, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

So habe nach Darstellung aus dem Familienkreis um 4 Uhr früh ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wohnungstür aufgebrochen. Ein 12-jähriger Sohn sei ans Bett gefesselt und sein 14-jähriger Bruder mit auf die Wache genommen worden, um ihm die Fingerabdrücke abzunehmen. Anschließend habe ihn die Polizei um 5.30 Uhr quasi vor die Tür gesetzt.

Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber erklärt dazu, nach sorgfältiger Prüfung des Einzelfalls im Vorfeld habe die Polizei sich wegen des hohen Gefahrenpotenzials zu dieser Art des Einsatzes entschieden. Niemand sei dabei verletzt worden, allerdings habe die Mutter der fünf Kinder einen Schock erlitten und sei noch vor der Tür in einem Krankenwagen behandelt worden. Den 14-Jährigen habe die Polizei nach der erkennungsdienstlichen Behandlung ans Ausländeramt übergeben.

Die Stadt erklärte, dass die Abschiebung des Familienvaters und seines 20-jährigen Sohnes erfolgt sei, nachdem sowohl das Verwaltungsgericht wie das Oberverwaltungsgericht deren Widersprüche abgelehnt hätten. Auch die im März 2009 vorgelegten libanesischen Ausweispapiere hätten das Gericht nicht davon überzeugen können, dass es sich nicht um Türken handele.

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