Hausmeister Torsten Leiers war einer der ersten Impflinge in der Von-Ketteler-Schule, die Dr. Christian Neukam am Freitag gegen das Coronavirus impfte. © Helmut Scheffler
Coronavirus

Hat gar nicht wehgetan: Die ersten 190 Lehrer aus Dorsten geimpft

Immer wieder freitags sollen nach und nach Lehrer und Erzieher an Schulen und Kindergärten in Dorsten geimpft werden. Mithilfe eines Impfteams aus einer Nachbargemeinde ging es nun los.

Bange machen gilt nicht. Vor allem in diesen Zeiten. Und deshalb machte Torsten Leiers den anderen Teilnehmern Mut. „Es hat nicht wehgetan“, versicherte er – und gab so manch anderem Impfling einen verbalen Stups, etwas couragierter zum Impfplatz zu schreiten.

Der Hausmeister der städtischen Von-Ketteler-Schule war am Freitag einer der ersten, die das Angebot des Kreisgesundheitsamtes Recklinghausen wahrnahmen, Erziehern, Lehrer und das Hauspersonal in Kindertagesstätten und Schulen zu impfen.

In Absprache mit Schulleiter Klaus Franken wurde in der Turnhalle der Förderschule an der Bismarckstraße eine Impfstraße aufgebaut, in der am Freitag auch die Lehrer der Haldenwangschule, der Augusta-Schule und der privaten Maria-Montessori-Schule geimpft wurden – 190 Lehr-Personen und andere Schul-Beschäftigte nahmen im Verlauf des Nachmittags ihren „Piekser“ entgegen .

Mobiles Impf-Team

Da die Verbindungen der Gemeinde Schermbeck zur Stadt Dorsten schon immer stärker ausgeprägt waren als zur 20 Kilometer entfernten Kreisstadt Wesel, hatte die Kreisverwaltung Recklinghausen in Corona-Zeiten natürlich kein Problem damit, einem mobilen Impfteam aus der rheinischen Nachbarkommune die Genehmigung zu erteilen, Lehrer im westfälischen Dorsten gegen das Coronavirus zu testen.

In der Turnhalle der von-Ketteler-Schule wurden am Freitag 190 Lehrer von einem Schermbecker Impfteam geimpft. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Seit März 2020 ist das Praxisteam des Schermbecker Arztes Christian Neukam in die Arbeit zur Bekämpfung des Coronavirus eingebunden. Regelmäßig waren der Facharzt für Allgemeinmedizin und Innere Medizin und einige seiner 30 Mitarbeiter mit einem Abstrichmobil an der Schermbecker Gesamtschule im Einsatz. Seit einem dreiviertel Jahr übernahm das Team eine ähnliche Aufgabe an der Dorstener „Von-Ketteler-Schule“.

Bei der grenzüberschreitenden Aufgabe sorgten sein Team an mehreren Stationen für einen reibungslosen Ablauf. Im Eingangsbereich der Turnhalle und in einem von drei Umkleideräumen wurden die Lehrer vom Abstrich-Team empfangen.

Mit Schnelltest

Ein Schnelltest mit der Abstrichfeder im Rachenbereich stellte innerhalb von 15 Minuten sicher, dass kein Lehrer mit einem positiven Testergebnis den Impfbereich in der Turnhalle betreten konnte.

Das Impfteam aus Schermbeck nahm sich den ganzen Nachmittag Zeit.
Das Impfteam aus Schermbeck nahm sich den ganzen Nachmittag Zeit. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Wer negativ getestet wurde, durfte in der Mitte der Turnhalle einen der drei Stände des Dokumentations-Teams aufsuchen. Dort wurden die Identität überprüft, die Einwilligung zum Impfen festgestellt und die Impfausweise ausgefüllt. Die Impfung konnte an fünf Stellen vorgenommen werden.

AstraZeneca verwendet

Als Impfstoff wurde das Material von AstraZeneca verwendet, weil keine aufwendige Kühlung nötig war. Die Lagerung und der Transport waren bei Kühlschranktemperaturen möglich.

Nach dem Impfen begaben sich die Impflinge in die Mensa. Ein 20-minütiger Aufenthalt sollte sicherstellen, dass keine extremen Nebenwirkungen zu beobachten waren. Für den Fall war ein Notfallsanitäter anwesend.

Nächste Impfung in drei Monaten

In drei Monaten werden die 190 Lehrer ein zweites Mal geimpft. Christian Neukam hofft, dass auch andre Gruppen in den kommenden Monaten bereitwillig an den Impfungen teilnehmen werden, um auf diese Weise die Corona-Pandemie bewältigen zu können.

„Mit meinem Team werde auch in der Schermbecker Praxis zur Verfügung stehen, wenn in naher Zukunft das Impfen in den Arztpraxen stattfinden kann“, erklärte er.

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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