Eine zweite Pfarrei in Dorsten hat entschieden, wieder Gottesdienste mit Besuchern zu feiern. © privat
Coronavirus

Härtere Corona-Regeln, aber mehr Präsenzgottesdienste in Dorsten

Die Corona-Regeln sind verschärft worden, doch in Dorsten wird es ab dem nächsten Wochenende mehr Gottesdienste mit Besuchern geben. Ein Pfarrer begründet das sehr ungewöhnlich.

Martin Peters hatte sich vor Weihnachten einiges anhören müssen. Als einzige Pfarrei in Dorsten feierte St. Matthäus an den Festtagen und zum Jahreswechsel Gottesdienste mit Besuchern in Wulfen, Deuten und Barkenberg. Sogar dem Bürgermeister, Mitglied des Kirchenvorstandes, gefiel das nicht, doch der Pfarrer blieb standhaft. „Mit Kritik musste man rechnen“, sagte er vor den Festtagen.

Jetzt sieht sich Martin Peters bestätigt. „Die Erfahrung mit den Präsenzgottesdiensten und den Onlinegottesdiensten an Weihnachten zeigt uns, dass die Gemeindemitglieder sehr verantwortungsvoll für sich entscheiden, ob und wie sie am Gottesdienst teilnehmen.“ Und so wird der Pfarrer auch an den nächsten beiden Wochenenden die Möglichkeit bieten, Gottesdienste in den drei Kirchen zu besuchen.

Auch St. Josef lässt wieder Besucher zu

Dem Vorbild von St. Matthäus hat sich jetzt eine weitere Pfarrei angeschlossen. Auch St. Josef in Hervest-Dorsten lässt Besucher wieder in alle Kirchen. Pfarrer August Hüsing reagierte auf Nachfrage am Donnerstag ganz entspannt. „Es kommen ja ohnehin nicht so viele Menschen.“ Eine Anmeldung in St. Josef, St. Paulus und St. Marien ist nicht erforderlich, eine Registrierung vor Ort allerdings schon.

St. Agatha und St. Laurentius bleiben ohne Besucher

Das Seelsorgeteam von St. Agatha entschied hingegen am Donnerstag, nach wie vor auf Präsenzgottesdienste bis zum einschließlich 31. Januar zu verzichten. „Wir halten diese Maßnahme bei aller Verschärfungen auf Bundes- und Landesebene leider für notwendig“, so Pfarrer Dr. Stephan Rüdiger.

Das Bistum wiederum wartet wohl die schriftliche Fassung der neuen Corona-Schutzverordnung ab, bevor es sich äußert, hatte aber vor Weihnachten betont: „Gottesdienste können Menschen Halt und Kraft geben.“ Trotzdem hatten damals fast alle Pfarreien in Dorsten die Kirchen für Besucher geschlossen.

Die Pfarrei St. Laurentius (Lembeck/Rade) bestätigte am Freitagmorgen, dass es bis 31. Januar keine Präsenzgottesdienste geben wird. Auch die Pfarrei St. Antonius/St. Bonifatius (Holsterhausen) schloss sich einige Stunden später dieser Auffassung an. „Auch mit Blick auf die oft älteren Mitfeiernden der Gottesdienste scheinen uns Präsenzgottesdienste derzeit nicht ratsam zu sein“, teilte Pfarrer Peter Boßmann mit. „Jede Pfarrei steht für sich in der Verantwortung, Entscheidungen zu fällen.“

Evangelische Landeskirche hat sich festgelegt

Anders die Evangelische Landeskirche in Westfalen. Ihrer Empfehlung, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten, schlossen sich vor Weihnachten alle Dorstener Gemeinden und die Evangelische Kirchengemeinde Gahlen (mit der Friedenskirche auf der Hardt) an. Die Mitteilung am Mittwochabend per E-Mail lautete: Die Empfehlung wird zunächst bis Ende Januar aufrecht gehalten.

Termine an diesem Wochenende: St. Matthäus (Samstag, 17.30 Uhr und Sonntag, 9.30 Uhr), Herz-Jesu (Samstag, 19 Uhr), St. Barbara (Sonntag, 11 Uhr), St. Josef (Sonntag, 11 Uhr), St. Paulus (Sonntag ,10 Uhr) und St. Marien (Samstag, 18 Uhr).

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Stefan Diebäcker

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