Masken waren am Sonntag nur empfohlen beim Trödelmarkt auf dem Poco-Parkplatz in Dorsten. © Guido Bludau
Trödelmarkt

Händler sauer, Kunden sauer – Diskussion um Trödelmarkt in Dorsten

Tausende haben am Sonntag einen Trödelmarkt in Dorsten besucht. Von einem „Stück Normalität“ war die Rede, von „Chaos“ aber auch. Die Organisatorin kann es wohl nicht allen Recht machen.

Zum zweiten Mal nach achtmonatiger Corona-Pause haben am Sonntag (18.7.) Tausende Menschen den Trödelmarkt auf dem Poco-Parkplatz an der Marler Straße besucht. Die Organisation war mal wieder ein Riesenthema.

Auffällig: In den Reihen der Händler gab es mitunter große Lücken. „Zwei Drittel bis drei Viertel“ der Stellplätze seien nur belegt gewesen, schätzt Sandra Dolata-Kleinlogel am Montag. Das hatte, glaubt die Organisatorin, nicht nur mit den Ferien und dem schönen Wetter zu tun, sondern auch mit der Coronakrise. Obwohl es ja eigentlich kaum noch Einschränkungen unter freiem Himmel gibt.

„Maskenpflicht empfohlen“, hatte die Geschäftsführerin von k&d-Märkte am Abend vorher eigenhändig noch auf Plakate geschrieben. Viele Besucher trugen tatsächlich einen Mund-Nasen-Schutz, obwohl man ihn derzeit eigentlich nur in Geschäften haben muss. Irritationen gab es in den Sozialen Medien vor allem wegen der fehlenden Einbahnstraßenregelung.

Händlern missfiel die Einbahnstraßenregelung

Die hatte das Ordnungsamt beim ersten Trödelmarkt nach dem Lockdown im Juni empfohlen, berichtet Sandra Dolata-Kleinlogel. Diesmal allerdings durfte wieder kreuz und quer gelaufen werden. „Sehr viele Händler sind abgesprungen, weil ihnen die Einbahnstraßen-Regelung missfallen hat“, erklärt die Geschäftsführerin.

Trödelmarkt Poco Dorsten
Beim Trödelmarkt am Sonntag gab es auf dem Poco-Parkplatz keine Einbahnstraßenregelung mehr. © Guido Bludau © Guido Bludau

Die Kunden werden mit dem „Strom“ mitgezogen, bleiben kaum an den Ständen stehen und kaufen folglich auch nichts, sagen die Kritiker. Oder sie müssen erst eine große Runde drehen, wenn sie sich doch noch für eine Ware entscheiden. „Das gibt es nur in Dorsten“, bekam die Organisatorin, die auch weitaus größere Trödelmärkte in Essen, Wuppertal, Duisburg und Oberhausen veranstaltet, zuletzt mehrfach zu hören.

Plötzlich von Menschen umzingelt

Dass es am Sonntag keine vorgegebenen Laufwege mehr gab, ärgerte wiederum manche Kunden. Die fühlten sich vor allem am Vormittag unsicher oder regelrecht umzingelt von Menschen, die dann zum Teil auch keine Maske trugen. Eine Frau, die das bei Facebook monierte, bekam indes nicht nur Zustimmung, sondern wurde teilweise auch verspottet.

Auf der Homepage von k&d-Märkte war auch am Montag noch von „Maskenpflicht“ auf dem Trödelmarkt die Rede. Ein veralteter Hinweis, den Sandra Dolata-Kleinlogel aber nicht löschen will. Wer weiß schließlich, was am 15. August gilt, wenn auf dem Poco-Parkplatz der nächste Trödelmarkt stattfinden soll?

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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