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Graffiti-Schäden bescheren Dorstener Bahnhöfen eine mangelhafte Bewertung

dzStationsbericht 2018

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat seinen Stationsbericht 2018 vorgelegt. Darin nahmen die Profitester auch die Dorstener Bahnhöfe unter die Lupe und stellten einige Mängel fest.

Dorsten

, 06.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Bahnhofskunden in Dorsten scheinen ein kreatives Völkchen zu sein. Wohin das Auge schweift, fallen farbige Wandmalereien auf, die einige als freie Kunst zu schätzen mögen, anderen hingegen als hässliche Schmierereien ein Dorn im Auge sind.

Zwei rote Punkte (= nicht akzeptabel) gibt der aktuelle Stationsbericht 2018 beispielsweise dem Hervest-Dorstener Bahnhof für Graffiti im Zugangs- und Bahnsteigbereich. Auch der Dorstener Bahnhof kassiert einmal rot (Zugang) und einmal gelb (= noch akzeptabel) für Graffiti.

Rhade wird mit einem roten Punkt für den Graffiti-Schaden abgewatscht, während Feldhausen mit einem Gelb davonkommt. Nur die Bahnhöfe Deuten und Lembeck liegen bei der Bewertung komplett im grünen Bereich.

Viermal jährlich schwärmen sogenannte VRR-Profitester aus, um sich einen Überblick über den Zustand aller Bahnhöfe und Haltepunkte im Verbundraum zu machen. Sie bewerten das Erscheinungsbild (Sauberkeit) und überprüfen, ob die Ausstattung der Stationen funktionstüchtig ist (Lautsprecheranlagen, Fahrstuhl, Rolltreppe, Fahrplanaushängung, Beleuchtung etc.). „Leider hat sich die Situation 2018 erneut verschlechtert. Im Vergleich zum Vorjahr sind deutlich mehr Stationen in einem inakzeptablen Zustand“, heißt es in der Pressemitteilung des VRR.

Graffiti-Schäden bescheren Dorstener Bahnhöfen eine mangelhafte Bewertung

Schön sieht anders aus. Schmierereien an der Wand des Dorstener Bahnhofsgebäudes sorgen für eine Abwertung im Stationsbericht. Allerdings gilt zu berücksichtigen, dass sich der Bahnhof zurzeit im umfassenden Modernisierungsprozess befindet. © Niklas Berkel

Entscheidend für die schlechten Bewertungen seien Graffiti in den Zugangsbereichen und an den Bahnsteigen. „Sie tragen erheblich dazu bei, dass Fahrgäste einen negativen Eindruck von einer Station gewinnen“, bestätigt Dino Niemann aus der Presseabteilung des VRR auf unsere Anfrage. Natürlich weiß auch er, dass das Säubern der Wände - die Zuständigkeit dafür liegt oft in unterschiedlichen Händen (Stadt, DB Station und Service und weitere) - oft eine Sisiphos-Arbeit ist: „Sind die Schmierereien gerade entfernt, dann sprayen andere schon wieder etwas drauf“, weiß Niemann aus Erfahrung.

Bei der schlechten Bewertung des Dorstener Bahnhofs muss man berücksichtigen, dass sich dieser gerade in einer umfassenden Modernisierung befindet. Ausbaupläne für Deuten sind im Rahmen des Zukunftsinitiativprogramms aufgenommen, in Rhade abgeschlossen. Und auch, wenn es in Lembeck und Wulfen besser als am Bahnhof Dorsten aussieht, ist im Stationsbericht die Bemerkung „Modernisierung erforderlich, Finanzierung nicht gesichert“ zu finden.

Was damit gemeint ist, erklärt Dino Niemann so: „Damit sind Kriterien wie Bahnsteighöhen, niveaugleicher Einsteig, Barrierefreiheit, Leitsystem für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit und ähnliches gemeint. Und die nicht gesicherte Finanzierung will sagen, dass es zurzeit kein Programm gibt, um die Modernisierung bezahlen zu können.“

  • 2018 wiesen 61 Stationen erhebliche Mängel auf und waren somit in einem inakzeptablen Zustand – davon allein 44 S-Bahn-Halte. 2017 stuften die Profitester nur 54 Bahnhöfe entsprechend ein. Im Vergleich zum Vorjahr stieg auch die Anzahl an Stationen mit einem „noch akzeptablen“ Erscheinungsbild von 93 auf 110. Entsprechend waren nur 125 Bahnhöfe und Haltepunkte in einem akzeptablen Zustand.
  • Die komplette Auswertung findet sich im Stationsbericht 2018.
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