Alte Tankstelle an Kirchhellener Allee wird saniert: Was wird daraus?

dzGeschichte in Dorsten

Es ist ein gutes Zeichen: Handwerker hübschen die 70 Jahre alte Tankstelle an der Kirchhellener Allee/Goethestraße auf. Die Dorstener wüssten gerne, was daraus wird.

Dorsten

, 20.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange lag das ehemalige Tankstellengelände an der Kirchhellener Allee/Goethestraße brach. Seit einigen Tagen herrscht auf dem Grundstück emsige Betriebsamkeit: Handwerker sind aktiv, hübschen das alte Tankwarthäuschen auf und spachteln und streichen die Überdachung der Tankstelle.

Der Artikel aus der Dorstener Volkszeitung vom 14.3.1960.

Der Artikel aus der Dorstener Volkszeitung vom 14.3.1960. © Stadtarchiv Dorsten

Eigentümer des Grundstücks ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Herten. Trotz mehrfacher telefonischer Anfragen und E-Mail-Nachfragen, welche Pläne die Eigentümer mit dem Gelände haben, hüllt sich die Geschäftsführung in Schweigen.

Auf unsere Anfrage in der Firma hieß es nur, dass auffallend viele Dorstener in den letzten Tagen angerufen und sich erkundigt hätten, was dort geplant ist. Das kann nicht verwundern, da das Tankstellengelände direkt an einer Ein- und Ausfallstraße zu Dorsten liegt und Hunderte Dorstener auf dem Weg zur Arbeit daran vorbeifahren.

Vor 70 Jahren vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit

Vor 70 Jahren trat der damalige Besitzer in vorbildlicher Weise an die Öffentlichkeit. Denn nach dem Krieg war das Gelände an der Kirchhellener Allee ein Trümmerfeld. „Rattenloch“ nannte es die Dorstener Volkszeitung in einer Ausgabe vom 14. März 1950, weil die Nager dort Tag und Nacht aktiv waren. Das Stadtarchiv Dorsten hat auf Anfrage Archivmaterial zur Geschichte der alten Tankstelle herausgesucht.

Da war sie noch in Betrieb: Die Tankstelle an der Kirchhellener Allee/Goethestraße in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Da war sie noch in Betrieb: Die Tankstelle an der Kirchhellener Allee/Goethestraße in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. © Stadtarchiv Dorsten

In dem Zeitungsartikel heißt es unter der Überschrift „Rattenloch wird Tankstelle - technisches Schmuckkästchen dem Verkehr übergeben“, dass „der Aufbau (nach dem Krieg) mühevoll und schwierig ist“: „Umso mehr wird jedes neue Gebäude von der Bevölkerung als lebendiges Zeichen des Fortschrittes begrüßt“, schreibt der Autor und schwelgte geradezu in Superlativen: 1200 Watt erleuchten die Mitte an der Kirchhellener Straße „taghell“. Und weiter: „In dem strahlenden Blau-weiß, der Farbe des Benzolverbandes, hebt sich die neue Tankstelle hervor.“ Seit einigen Wochen hätten Handwerker in Tag- und Nachtschichten die Tankstelle fertiggestellt.

Auch heutige wieder emsige Betriebsamkeit

Die emsige Betriebsamkeit hatte einen Grund: Die Tankstelle sollte rechtzeitig an den Start gehen, um die Dorstener mit qualitativ hochwertigem Sprit zu versorgen. Nach dem Krieg herrschte Mangel - aber Inhaber H. Stockmann versicherte der geneigten Leserschaft, dass bald wieder Qualitätserzeugnisse angeboten werden würden.

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Ob an gleicher Stelle wieder eine Tankstelle in Betrieb genommen wird? Wohl kaum. Dazu ist das Gelände zu klein. Was sich aus alten Tankstellen machen lässt, zeigt das Beispiel an der Bochumer Straße: Dort wurde eine Pommesbude eingerichtet - serviert werden die heißen Kartoffelstäbchen mit Soßen vom Sternekoch. Ein Geschäftskonzept, das aufgegangen ist.

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