Ab Montag herrscht in der Fußgängerzone von Dorsten möglicherweise wieder gähnende Leere. © Stefan Diebäcker
Coronavirus

Geschäfte in Dorsten ab Montag geschlossen – oder doch nicht ganz?

Für Dorsten und den Kreis Recklinghausen wird ab Montag die Notbremse gezogen. Doch was genau das für den Einzelhandel bedeutet, war am Freitagabend unklar.

Seit dem 23. März hat der Kreis Recklinghausen einen Inzidenzwert jenseits von 100 und gehört damit zu einer ganzen Reihe von Kommunen und Landkreisen in NRW, für die ab Montag (29.3.) die Notbremse gezogen wird. Das heißt: Geschäfte, Sportstätten und Kultureinrichtungen müssen wieder schließen.

Als die neue Corona-Schutzverordnung am Nachmittag veröffentlicht wurde, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den betroffenen Regionen indes Mut gemacht. Nichts spreche dagegen, die Geschäfte für Kunden zu öffnen, wenn die ein aktuelles, negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen. Nur: Dafür muss der Kreis Recklinghausen übers Wochenende eine mit der Landesregierung abgestimmte Allgemeinverfügung erlassen. Ob das gelingt, da war am Freitagabend nicht nur Bürgermeister Tobias Stockhoff unsicher.

Altstadt-Kaufleute freuten sich zu früh

Stockhoff hatte sich am Nachmittag mit der Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt (DIA) ausgetauscht. Später verschickte die Kaufmannschaft eine Nachricht an ihre Mitglieder, dass mindestens bis nächsten Mittwoch (31.3.) die Geschäfte immerhin nach dem „Click & Meet“-Modell geöffnet bleiben könnten. „In diesem Sinne freuen wir uns auf ein gutes Ostergeschäft“, hieß es. Ein Trugschluss.

Denn wenig später erklärte de Landesregierung, dass die 100er-Inzidenz nicht sieben, sondern nur drei Tage überschritten sein müsse, um die Notbremse zu ziehen. „Der Kreis Recklinghausen liegt seit dem 23. März über diesem Wert“, erklärte Stockhoff. „Das heißt, dass die Notbremse sofort gilt, wenn die neue Corona-Schutzverordnung am kommenden Montag in Kraft tritt.“

Kaufleute dürften dann online oder telefonisch bestelle Ware nur noch an der Geschäftstür ausgeben. Wenn es nicht auf die Schnelle – und übers Wochenende – gelingt, zumindest Menschen mit negativem Corona-Schnelltest ein wenig vorösterliches Shopping-Vergnügen zu ermöglichen.

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Stefan Diebäcker

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