Einzelhandel

Gericht kippt verkaufsoffene Sonntage, Altstadt-Kaufleute enttäuscht

Die Geschäfte in Dorsten müssen an zwei Vorweihnachtssonntagen sowie am Sonntag nach Neujahr geschlossen bleiben. Das Urteil des Oberwaltungsgerichts Münster enttäuscht viele Kaufleute.
Die Geschäfte in der Dorstener Altstadt dürfen an einigen der nächsten Sonntage nun doch nicht öffnen. © picture alliance / Gero Breloer/

Mit einem Eilbeschluss hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Dienstag die von der Landesregierung vorgesehenen fünf verkaufsoffenen Sonntage untersagt. In Dorsten waren drei geplant: am 29. November, 13. Dezember und 3. Januar.

Die für Infektionsschutzrecht zuständige Kammer beim Oberverwaltungsgericht Münster gab der Gewerkschaft Verdi recht: Die Richter äußerten u.a. „erhebliche Zweifel an der Eignung der Sonntagsöffnung, das Infektionsrisiko einzudämmen“, hieß es in einer Mitteilung. Es könne nicht angenommen werden, dass sich das Kundenaufkommen des Samstags auch auf den Sonntag verteilen werde.

DIA-Vorsitzender ist enttäuscht

So hatte aber zum Beispiel auch die Dorstener Interessengemeinschaft Altstadt (DIA) argumentiert. Vorsitzender Lorenzo Köller ist dementsprechend enttäuscht über das Urteil der Münsteraner Richter: „Wir bedauern das sehr und hätten uns im Interesse von Kaufleuten und Kunden drei zusätzliche Einkaufstage in diesen schwierigen Zeiten sehr gewünscht.“

Nach der Corona-bedingten Schließung vieler Läden im Frühjahr hatte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium schon im Sommer mit einem Erlass einen neuen Anlauf für mehr verkaufsoffene Sonntage gestartet – damit sollte der Einzelhandel die ausgefallenen Umsätze aufholen können. Doch das OVG hatte nach Klagen von Verdi reihenweise entsprechende Plänen der Kommunen gekippt.

IHK: Viele Händler machen sich Sorgen

Die IHK Nord Westfalen zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des OVG Münster. „Wir haben in den letzten Wochen viele Anfragen von Händlern gehabt, die auf die Möglichkeit der Sonntagsöffnung gehofft haben“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel. „Viele Händler machen sich Sorgen – auch vor dem Hintergrund, dass die normalen verkaufsoffenen Sonntage ausfallen müssen, da die dazu nötigen Anlässe coronabedingt abgesagt werden mussten.“

(mit Material von dpa)

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