Gericht glaubt nicht an Intrige: Mann (29) aus Dorsten wegen Vergewaltigung verurteilt

dzLandgericht Bochum

Bis zuletzt hat ein Mann aus Dorsten abgestritten, im Februar 2017 seine zukünftige Verlobte vergewaltigt zu haben. Die Richter am Bochumer Landgericht konnte er damit nicht überzeugen.

Bochum/Dorsten

, 11.09.2019, 16:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung seiner zukünftigen Verlobten ist ein türkischstämmiger Mann aus Dorsten am Bochumer Landgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte bis zuletzt von einvernehmlichem Sex gesprochen - und das mutmaßliche Opfer als Intrigantin abgestempelt.

Große Verlobungsfeier

Die junge Frau hatte seinerzeit zunächst Strafanzeige erstattet, diese dann wieder zurückgenommen, um sie kurz danach abermals in Kraft zu setzen. Außerdem hatte neun Tage nach dem angeblichen Sex-Übergriff, am 14. Februar 2017, zunächst auch noch eine große Verlobungsfeier stattgefunden. Nach der Version des Angeklagten, der damals noch ganz in der Nähe der mutmaßlichen Tatort-Wohnung in Bochum lebte, ist es im Anschluss an die Feier zu einem Bruch gekommen.

Vorwurf im Nachhinein erfunden

Der 29-Jährige behauptete, dass die junge Türkin ihrer Mutter offenbar bei der Verlobungsfeier gebeichtet haben muss, dass sie bereits Sex mit dem Angeklagten hatte. Im Nachhinein sei dann von der Familie - quasi zur Rechtfertigung des Tabus - plötzlich der Vergewaltigungsvorwurf „erfunden“ worden.

Unterm Strich gewannen die Bochumer Richter aber am Ende doch die Überzeugung, den Vorfall vom 5. Februar 2017 als Vergewaltigung einzustufen. Ausschlaggebend war eine belastende Aussage der Frau gegenüber einer Freundin unmittelbar nach dem Vorfall. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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