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„Geilheit am Scheitern“: Warum die Kritik des Mercaden-Managers berechtigt ist

dzKommentar

Mercaden-Manager Tobias Agthe hat mit seiner Facebook-Kritik („Geilheit am Scheitern“) eine Debatte ausgelöst. Gut so, auch wenn es die Mercaden vielleicht nicht retten wird - ein Kommentar.

Dorsten

, 17.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Tobias Agthe hat am Freitag viel Zuspruch für seine deutlichen Worte bekommen. Von Kunden und Mietern in den Mercaden, wie er sagt, aber vereinzelt auch auf Facebook. Das mag den ein oder anderen überraschen, ihn selbst hat es wohl auch erstaunt. Denn diejenigen, die er kritisiert, sind vor allem dort unterwegs, in dem sogenannten Sozialen Netzwerk.

„Ich habe eine solch negative Stimmung gegenüber einem Haus bisher nirgendwo erlebt“, hat der Centermanager der Mercaden gesagt. Und: „Diese Geilheit am Scheitern hat mich fassungslos gemacht.“ So ist es! Das Einkaufscenter am Westwall ist von vielen Dorstenern schon kaputtgeredet worden, da war es noch gar nicht eröffnet. Und jetzt krakeelen sie: „Siehste, ich hab‘s doch immer gewusst!“

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Zur Klarstellung: Nichts gegen Kritik, wenn sie sachlich ist. Dafür gibt es ohne Frage Anlass genug. Nichts gegen Verbesserungsvorschläge, wenn sie realistisch sind. Aber was in den letzten Jahren an Unfug und Unwahrheiten gepostet, an Beschimpfungen und Behauptungen in die Welt gesetzt wurde, ist tatsächlich unfassbar.

Besserwisser, Dauernörgler, Ahnungslose

Da fordern Besserwisser, Dauernörgler und Ahnungslose den sofortigen Abriss, wer auch immer das bezahlt. Sie prangern die angebliche Verschwendung von Steuergeldern an, obwohl die Stadt nicht Bauherrin ist. Sie hätten gerne ein Mitspracherecht gehabt, weil das bei einem 60-Millionen-Projekt natürlich so üblich ist. Und bestimmt hätten die Neunmalklugen auch erfolgreich die Verhandlungen mit Primark & Co geführt, die ja vor allem deshalb nicht nach Dorsten kommen, weil Anfänger am Werk sind.

Ob die Mercaden noch zu retten sind? Ich wünsche es mir, aber ich weiß es nicht. Mein Optimismus ist größtenteils verflogen. Dass binnen drei Jahren der dritte Centermanager geht, hat nichts mit Facebook zu tun. Dass der Ruf der Mercaden beschädigt ist, aber zumindest teilweise. Wer kommt schon in eine Stadt, in der man vielen Menschen (und Kunden) offenbar nichts recht machen kann? „Dorsten ist tot“, schreiben sie doch immer wieder. Dann muss es wohl so sein.

Nein, Dorsten ist nicht tot. Aber die Totengräber sind unter uns.

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