Mit einem Baum verwachsen: Uralter Stein im Stadtwald von Dorsten gibt Rätsel auf

dzBarloer Busch

Beim Gassigehen entdeckte Tania Wolthaus im Barloer Busch einen geheimnisvollen „Baum-Stein“. Eingraviert ist die Jahreszahl 1853 und das Kürzel T.L. - hier ist die Auflösung des Rätsels.

Dorsten

, 18.02.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dorstener Stadtwald Barloer Busch ist reich an interessanten Geschichten - und verbirgt auch geheimnisvolle Überbleibsel aus der Dorstener Vergangenheit. Über ein mysteriöses Relikt ist jetzt Tania Wolthaus „gestolpert“: Die Dorstenerin entdeckte eine steinerne Tafel, so steinalt, dass sie bereits mit dem nebenstehenden Baum verwachsen ist.

Auf dem Trampelpfad

Seit ein paar Jahren geht Tania Wolthaus wie viele andere Dorstener mit ihrem Hund im Barloer Busch spazieren, immer auf dem Trampelpfad in Richtung Krüskamp und Rapphofs Mühlenbach. „Am Waldrand fiel mir jetzt erstmalig der Stein auf, weil er freigeschnitten worden ist“, sagt sie. Auf dem Stein eingraviert ist die Zahl 1853, dazu das Kürzel „T.L.“.

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Da Tania Wolthaus gerne wissen wollte, was es mit dem ominösen Fund auf sich hat, postete sie ein Foto des Steins in eine Dorstener Facebook-Gruppe mit der Bitte um Aufklärung. Ihr Anliegen stieß auf großes Interesse.

Vermutung: Jüdischer Friedhof

In den meisten Beiträgen der Gruppen-Mitglieder wurde vermutet, dass es sich um einen Grabstein des Jüdischen Friedhofs handeln könnte. „Kann aber eigentlich nicht sein, weil der doch weit entfernt auf der anderen Seite der Marler Straße liegt“, mutmaßt Tania Wolthaus. Richtig. Wir haben nämlich beim ehemaligen Dorstener Stadtförster Bernhard von Blanckenburg nachgefragt, der den Barloer Busch wie seine Westentasche kennt. „Über diesen Stein hat 2017 ein Artikel im Dorstener Heimatkalender gestanden“, half er uns auf die Sprünge.

Im Heimatkalender 2017 hat Dr. Josef Ulfkotte einen Beitrag über den Stein geschrieben.

Im Heimatkalender 2017 hat Dr. Josef Ulfkotte einen Beitrag über den Stein geschrieben. © privat

Verfasser des Beitrags ist Dr. Josef Ulfkotte, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten. Als Bewohner des Stadtsfelds lebt er nur ein paar Steinwürfe weit entfernt. Auch er war von einem Spaziergänger auf den nebulösen Stein gestoßen worden und hat dies zum Anlass für seine Recherche genommen.

Alter Grenzstein

Demnach handelt es sich laut Auskunft des Vermessungsamts der Stadt Dorsten um einen Grenzstein aus dem Jahr 1853 (wohl zwischen Dorsten und Altendorf-Ulfkotte, d.Red.). Das „L“ könnte laut des Beitrags auf die Zeche Lothringen hindeuten, „hier können allerdings erst intensivere Forschungen für Klarheit sorgen“, heißt es in dem Beitrag.

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