Gegen das Vergessen

DORSTEN John Albert Roberts, heute als Arzt in Sydney lebend, besuchte am Samstag in Dorsten den Ort, wo seine jüdischen Vorfahren vor ihrer Deportation lebten.

von Von Ralf Pieper

, 20.07.2008, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf der Lippestraße machte John Albert Roberts Halt an den Stolpersteinen.

Auf der Lippestraße machte John Albert Roberts Halt an den Stolpersteinen.

„Es ist wichtig zu wissen, woher man kommt“, erklärt John Albert Roberts mit Blick auf den Stein, der den Namen seines Großvaters trägt. „Wir dürfen niemals vergessen, was passiert ist, damit sich so etwas nie wiederholt.“ Roberts Eltern wanderten 1944 nach Australien aus. Sein Vater gründete dort eine Fabrik für Arbeitshandschuhe. Viele Juden wählten dieses Land, da man damals für Australien kein Visum benötigte. Heute gibt es dort viele jüdische Gemeinden, hauptsächlich in Sydney.

Als Arzt im Bereich der Psychiatrie hat Roberts heute noch mit Menschen zu tun, die versuchen, den Holocaust und das Schicksal ihrer Familien zu verarbeiten. Dem Vater von fünf Kindern ist es wichtig, der Jugend die Geschichte seiner Familie näher zu bringen. „Man darf nicht vergessen.“ So ist er auch von der Idee der „Stolpersteine gegen das Vergessen“ überzeugt. Bei seinem Besuch in Dorsten war Roberts besonders von der Bibliothek des Jüdischen Museums angetan. „Ich könnte dort Monate verbringen und in den alten Schriften lesen.“ Er besuchte auch das St. Ursula Gymnasium, wo seine Mutter Hanni zur Schule ging.

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