Hund Tommy gehörte 15 Jahre lang zur Familie Ackermann. © Privat
Schädlingsgift

Gefahr im Garten: Hund Tommy fraß Schneckenkorn – und starb

Das blaue Korn polarisiert in der Gartenwelt: Wer Schneckenkorn benutzt, sollte die Hinweise auf der Packung genau beachten. Familienhund Tommy fraß davon und starb elendig.

Zur Bekämpfung von Schnecken verwenden Hobbygärtner gern Schneckenkorn. Das gibt es ganz einfach in jedem Baumarkt zu kaufen. Doch nicht nur für ungebetene Weichtiere kann der Verzehr tödlich enden. Das musste auch Ute Ackermann schmerzlich feststellen.

„Ich habe extra zweimal gefragt“

Sie ließ sich in einem Baumarkt beraten, was sie am besten gegen die Schneckenplage in ihrem Garten machen könne. Daraufhin wurde ihr Schneckenkorn empfohlen. „Ich habe extra zweimal gefragt, ob das Schneckenkorn eine Gefahr für unseren Hund darstellt. Das wurde verneint“, erzählt die Dorstenerin mit Tränen in den Augen.

Sie vertraute auf die Beratung und streute das blaue Korn auf die betroffenen Stellen aus. Als sie am selben Tag von der Arbeit nach Hause kam, merkte sie gleich, dass etwas mit ihrem 15-jährigen Familienhund nicht stimmte. „Es war an dem Tag wirklich sehr heiß und mein Mann und ich dachten, dass es Tommy deswegen nicht gut geht“, erinnert sich Ute Ackermann. Beim abendlichen Gassigehen fing das Tier plötzlich an, laut zu jaulen – dann beschloss das Ehepaar, die Tierklinik in Recklinghausen aufzusuchen. Doch für den kleinen Vierbeiner kam jede Hilfe zu spät.

Vorfall ist kein Einzelfall

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall, wie Maik Schulte-Halm, tiermedizinischer Fachangestellter der Tierärztliche Klinik für Kleintiere in Recklinghausen, erläutert. „Leider kommt so etwas sehr häufig vor. Bis zu 40 Fälle haben wir im Jahr.“ Dabei falle auf, dass das Schneckenkorn gerade für Hunde sehr interessant sei. Es gebe drei Inhaltsstoffe, die sowohl für Haustiere als auch für Kinder gefährlich seien.

Zum einen ist das Metaldehyd. Der Inhaltsstoff wirkt über die Schleimhaut. Die Schnecken trocknen aus und sterben. Zum anderen gibt es Methiocarb. Das gilt als Nervengift. Der dritte für Kinder und Haustiere giftige Inhaltsstoff ist Eisen(III)phosphat. Das fressen die Schnecken, wodurch ihr Rachen verschlossen wird. Sie können nicht mehr fressen und nicht mehr trinken.

Erste Anzeichen einer Vergiftung treten meist nach 30 bis 60 Minuten. Bei kleineren Mengen können diese etwas später eintreten. Darunter fallen:

  • Erbrechen (mit Blut)
  • Unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen
  • Fallende Körpertemperatur
  • Schnelle Atmung und heftiges Hecheln
  • Unruhe und Erregtheit
  • Durchfall
  • Muskelkrämpfe und starkes Zittern
  • Hohes Fieber
  • Unsicherer Gang, Koordinationsstörungen

„Wer trotzdem Schneckenkorn nutzen will, muss sich unbedingt noch einmal die Inhaltsstoffe durchlesen“, betont Maik Schulte-Halm. Denn auf vielen Verpackungen stehen Hinweise wie „Schonend für Haustiere“. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Haustierbesitzer für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen sorgen, wie zum Beispiel Zäune oder Katzennetze, rät der tiermedizinische Fachangestellte. „Am besten wäre es, die Schnecken ganz ohne Gift einzusammeln.“

Über die Autorin

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.