Gedenkfeier am Jüdischen Museum in Dorsten: „Es kann wieder geschehen...“

Reichspogromnacht

Mit einer Gedenkfeier hat Dorsten der Opfer der Reichspogromnacht vor 81 Jahren gedacht. Doch es gab auch einen aktuellen Anlass.

von Gregor Rößmann

Dorsten

, 10.11.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gedenkfeier am Jüdischen Museum in Dorsten: „Es kann wieder geschehen...“

Am Jüdischen Museum Westfalen gedachten viele Dorstener am 9. November der Opfer der Reichspogromnacht vor 81 Jahren. © Gregor Rößmann

Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ Mit diesem Zitat des Holocaustüberlebenden Primo Levi begann der Leiter des Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten, Dr. Norbert Reichling, seine Rede zum Gedenken an die Reichspogromnacht.

Die letzte Hoffnung wurde damals zerstört

Viele Vertreter aus Gesellschaft und Politik waren am frühen Samstagabend zum Museum gekommen, um dem traurigen Ereignis in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zu gedenken. Dies sei der Zeitpunkt gewesen, an dem damals die letzte Hoffnung auf eine Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland zerstört wurde, sagte Reichling.

Die Mahnwache im Garten des Museums soll all den Toten, Gehetzten und Beraubten von damals gewidmet sein. Die Vorkommnisse in Halle machten jedoch kürzlich deutlich, warum jüdische Menschen, die sich in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland sicher fühlten, wieder verunsichert in die Zukunft blickten. Nun sei es „unsere gesamtgesellschaftiche Aufgabe, dem neu entflammten Antisemitismus entgegenzutreten. Es liegt an uns, das Klima in Deutschland zu gestalten“ so Norbert Reichling.

„Erinnern und Ermahnen sind wichtig“

Bürgermeister Tobias Stockhoff betonte, dass „Erinnern und Ermahnen zwei wichtige Säulen unseres Handelns und eine dauerhafte Aufgabe sind, die wir leisten müssen“. Es sei wichtig, die vielen Aktionen zu unterstützen, die in Dorsten zur Erhaltung eines freien, demokratischen Lebens geleistet werden.

Mit den Fraktionsvorsitzenden und Ratsmitgliedern will der Bürgermeister Möglichkeiten prüfen, in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Dorstener Initiativen mit Mitteln zur Demokratiebildung zu unterstützen.

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