Michaela Büschemann, Schulleiterin des Berufskollegs Dorsten, geht in den Ruhestand. © Claudia Engel
Paul-Spiegel-Berufskolleg

Für Schulleiterin Michaela Büschemann beginnt ein neuer Lebensabschnitt

Sie wird die Schule vermissen: Michaela Büschemann, Leiterin des Paul-Spiegel-Berufskollegs, scheidet zum 31. Juli aus dem Schuldienst aus. Sie war eine engagierte Lehrerin und Kollegin.

Michaela Büschemann nimmt Abschied. Abschied von ihrer Laufbahn als Lehrerin und Leiterin einer der größten Schulen in Dorsten: dem Paul-Spiegel-Berufskolleg. „Ich war gerne Lehrerin. Ich habe immer schon gerne mit anderen Menschen kommuniziert und viele Schüler in ihrer Schulzeit begleitet“, sagt sie rückblickend.

Ganz leicht fällt der Lehrerin aus Leidenschaft der Abschied von der Schullaufbahn nicht. Sie habe ihre Arbeitszeit bis zum Ende genossen und vollständig ausgeschöpft. „Mein offizieller Abschied fällt auf den 31. Juli, das Ende des Schuljahres“, sagt Michaela Büschemann in einem Gespräch mit uns.

Pädagogin schwört auf die Schulform

Die Pädagogin schwört auf die Schulform Berufskolleg: „Wir haben Schüler gehabt, die sind mit nichts gekommen und mit dem Abitur von der Schule gegangen.“ Spontan fällt der Schulleiterin ein besonders Beispiel ein. Das der jungen Syrerin, die 2015 nach Deutschland kam.

„Rahiel Alsalem hat zunächst eine unserer internationalen Förderklassen besucht und ist dann, nachdem sie in sehr kurzer Zeit Deutsch gelernt hat, nach weiterer Vorbereitung in die Oberstufe Fachbereich Wirtschaft gewechselt.“ Jetzt hat die junge Syrerin ihre ohnehin bemerkenswerten Leistungen mit einem sensationellen Abitur-Notendurchschnitt gekrönt: 1,1. Michaela Büschemann sagt, die Absolventin wolle im Anschluss Betriebswirtschaft studieren.

Büschemann schwört auf die praxisbezogene Vorbereitung aller Schüler auf kommende berufliche Herausforderungen am Berufskolleg: „Zu uns kommen viele Jugendliche und junge Erwachsene, die an den Regelschulen durchs Netz gefallen sind.“ Am Kolleg fänden sie dann häufig zu sich und zu dem, was sie einmal machen möchten. Ein umfassendes und vielseitiges Ausbildungsprogramm in Wirtschaft und Mathe, in Pädagogik und Sport, in Ernährungslehre und Gesundheit kann bis zur Hochschulreife führen. Alle anderen Schulabschlüsse sind ebenfalls machbar.

Trotz Schulleitung immer gerne unterrichtet

1.300 Schüler werden von 100 Lehrerinnen und Lehrern am Berufskolleg unterrichtet. Eine davon war Michaela Büschemann, die trotz ihrer Leitungsfunktion, die sie insgesamt fünf Jahre innehatte, davon zwei Jahre als kommissarische Leiterin der Schule, nicht auf den Unterricht und den direkten Kontakt zu den Schülern verzichten wollte. Auch Büschemann, und das erklärt vielleicht ihre ausgeprägte Neigung zur Schulform Kollegschule, fand erst über Umwege zum Ziel, das sie eigentlich schon als Grundschülerin vor Augen hatte: „Ich wollte Lehrerin werden.“

Zunächst aber machte die gebürtige Halternerin – „Ich bin in Bossendorf aufgewachsen“ – eine kaufmännische Ausbildung. Von dort aus führte der Weg über den zweiten Bildungsweg zunächst zu einem Studium, das sie als Diplom-Betriebswirtin abschloss. „Danach habe ich dann Lehramt für die Sekundarstufe II am Berufskolleg mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Geschichte und Pädagogik studiert.“ Abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in einen Essener Bildungszentrum hat Michaela Büschemann beinahe ihr ganzes Berufsleben am Berufskolleg in Dorsten verbracht: „32 Jahre waren das.“

Der Lebens-Arbeitskreis schließt sich wieder

Wenn sie nun aus dem Schuldienst ausscheidet, ist das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. „Ich werde meinem Mann als Betriebswirtin zur Seite stehen.“ Büschemanns Ehemann ist Geschäftsführer des gleichnamigen Geschäftes Eisen Büschemann in Dorsten. Und damit schließt sich der Lebens-Arbeitskreis von Michaela Büschemann wieder. Sie kehrt von der Schule zurück in ein kaufmännisches Unternehmen.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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