Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann wird die SPD bei der nächsten Kommunalwahl als Spitzenkandidat anführen. © Privat
SPD Dorsten

Friedhelm Fragemann: Die wenigsten Stimmen, dennoch ein gutes Ergebnis

Die wenigsten Stimmen, aber dennoch ein gutes Ergebnis: Friedhelm Fragemann ist von den Dorstener SPD-Delegierten auf Platz 1 der Reserveliste für die Kommunalwahl ernannt worden.

Einen kleinen Dämpfer gab es. Bei der Delegiertenkonferenz der SPD Dorsten am Donnerstagabend im Forum der Volkshochschule bekam Friedhelm Fragemann von allen Kandidaten die wenigsten Stimmen – aber dennoch wählten ihn die Genossen mit satten 90 Prozent zum Spitzenkandidaten der SPD für den Kommunalwahlkampf im September dieses Jahres.

36 von 40 Stimmen

40 Delegierte waren anwesend, 36 votierten für Friedhelm Fragemann auf Listenplatz 1. Damit wird der amtierende wohl auch der nächste Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt werden.

15 Ratsmandate hat die SPD derzeit, vier von diesen gewann sie direkt. Ob sie das auch bei der kommenden Wahl schafft, ist fraglich. Ebenso, ob es ein ähnlich gutes SPD-Gesamtergebnis bei der letzten Wahl im Jahr 2014 mit 34,3 Prozent geben wird.

Davon hängt ab, wie viele SPD-Kandidaten es über die am Donnerstag gewählte Reserveliste in den Stadtrat schaffen. Mit Friedhelm Fragemann und Dirk Groß sind die ersten beiden Plätze männlich besetzt, dann wechseln sich die Geschlechter jeweils ab.

Bis hinunter auf Platz 12 sind dies beispielsweise Elke Muthmann (bislang nicht im Rat), Julian Fragemann, Marina Talaga, Daniel Hoffmann, Nicole Wölke-Neuhaus (die letzten drei wären ebenfalls Ratsneulinge), Achim Schrecklein, Monika Luft, Dr. Ulrich Guthoff sowie Britta Faust und Stephan Erbe. „Ein guter Mix aus erfahrenen und jüngeren Leuten“, so Fragemann.

Blessuren bleiben nicht aus

Er bedankte sich für das „gute Ergebnis“, wie er das 90-Prozent-Votum für ihn persönlich bezeichnete. Einstimmigkeit habe er sowieso nicht erwartet: „Bei fast vier Jahrzehnten als Frontmann in der Politik bleiben Blessuren nicht aus“, sagte er.

Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wolle die SPD nach dem urplötzlichen Rückzug der Dorstener Parteichefin Jennifer Schug von allen politischen Ämtern nicht aufstellen, wiederholte er. „Die Verhältnisse sind nun mal nicht so.“

Die SPD wolle sich auf die Ratsarbeit konzentrieren, „sie ist das wichtigste Instrument der Kontrolle und der Weichenstellung“. Arbeitsschwerpunkte seien unter anderem die Themen „Schule“ und „Wohnen“.

An einem Strang ziehen

In seinem Grußwort forderte der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete und Landrats-Kandidat Michael Hübner die Dorstener Parteigenossen auf, künftig wieder an einem Strang zu ziehen. Am Rande der Delegiertenkonferenz war zu hören, dass intern deutlich schärfere Worte zu den Querelen gefallen sind, die die SPD in die aktuelle missliche Lage geführt hatten.

Wann der Vorsitz des SPD-Stadtverbands gewählt wird, steht derzeit noch nicht fest. Bis dahin wird Stephan Erbe mit zwei weiteren Stellvertretern die Geschäfte führen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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