Frank Rosin dementiert Gerüchte um sein Restaurant

Gästen nicht die "rote Karte" gezeigt

Böse Gerüchte gab es zuletzt um Frank Rosins Restaurant. Gäste, die sich nicht an die Etikette gehalten haben, sollen demnach gebeten worden sein, das Restaurant nicht mehr zu besuchen. Frank Rosin wehrt sich: "Ein reines Fantasiegebilde".

WULFEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 11.07.2012, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jüngst fand sich Frank Rosin auf der Liste der 180 weltbesten Restaurants wieder. Aber kein Spitzenkoch kann so gut sein, dass nicht versucht wird, ihn in der Gerüchteküche durch die Mangel zu drehen. Der Wulfener hat mit seinem Team zwei Michelin-Sterne errungen und sich 18 Punkte im Gault Millau verdient. Vom Gastro-Magazin „Der Feinschmecker“ wurde „Rosin“ zum besten Restaurant des Jahres 2010 gekürt. Und im aktuellen Hornstein-Ranking 2012 liegt der Sternekoch auf Platz 33 auch weit vorn unter den Gourmet-Tempeln der Republik. Dennoch, oder vielleicht deswegen, ist Rosin nicht vor Anfeindungen von Neidern oder Böswilligen gefeit, die ihm in die Suppe spucken möchten. Seit Wochen kreist in der Region hartnäckig das Gerücht, Rosin habe Gästen aus nichtigem Anlass die „rote Karte“ gezeigt.Märchenerzähler Das Infame: Die Geschichte pflanzt sich nach dem Prinzip der „Spinne in der Yucca-Palme“ fort. Unter Berufung darauf, dass Bekannte aus der Verwandtschaft von Freunden betroffen seien, wird per Mundpropaganda ein Märchen weiter verbreitet. Das geht so: Ein Ehepaar gönnte sich zur Feier des Hochzeitstages ein besonderes Festmahl für 250 Euro. Der Rechnung habe dann ein Zettel beigelegen: „Wir bitten Sie, unser Restaurant in Zukunft nicht mehr zu beehren.“ Auf die Nachfrage der verdutzten Gäste, was sie denn verbrochen hätten, habe dann die Auskunft gelautet: „Sie haben mit der Gabel über den Tisch gelangt und vom anderen Teller probiert. So etwas wird bei uns nicht gern gesehen.“„Ein reines Fantasiegebilde“, seufzt Frank Rosin, „ich habe selbst bereits davon gehört und auf diesen Blödsinn erst gar nicht reagiert.“ Weil die Geschichte aber ihre Runde macht, bezieht Rosin nun gegenüber der Dorstener Zeitung Stellung: „Es ist kein Körnchen Wahrheit daran. Seit 22 Jahren führe ich nun mein Restaurant, so etwas ist niemals vorgekommen.“Ausschließlich Bestnoten Im Gegenteil. Bewertungen im Internet heben ausschließlich die aufmerksame und herzliche Betreuung durch den Service hervor. Daher ist es für Rosin nur ein schwacher Trost, dass andere Spitzenköche sein Schicksal teilen. Über Johannes Lafer wird beispielsweise erzählt, dass er derartige Botschaften unter die Scheibenwischer der Autos unwillkommener Gäste klemmen lassen soll. „Alles Quatsch!“, schimpft Rosin. „Durch meine täglichen Fernseh-Auftritte bin ich vielen Menschen ein Begriff. Um Leuten die Schwellenangst zu nehmen, die sonst eher einen Bogen um Gourmet-Restaurants machen, habe ich sogar eigens ein Kennenlern-Menü für nur 47 Euro auf der Karte. Aber egal, ob die Rechnung auf 47 oder 470 Euro hinausläuft – jeder Gast ist uns willkommen, alle werden ohne Unterschied höflich und zuvorkommend behandelt.“  

1966 in Dorsten geboren, startete Frank Rosin seine Koch-Karriere 1982 im Gelsenkirchener Hotel Monopol. Nach weiteren Stationen auch im Ausland eröffnete er 1990 sein eigenes Restaurant. Als Senkrechtstarter und „Junger Wilder“ sammelte er Sterne und Punkte wie andere Leute Briefmarken. Rosin verfasste drei Bücher (u.a. „Schmackofatz“) und ist Stammgast im Fernsehen: „Fast-Food-Duell“, „Ein Sternekoch räumt auf“, „Topfgeldjäger“.

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