Dorstener können sich im Kreis Recklinghausen weiter frei bewegen. © Hans Blossey
Coronavirus

Fragen und Antworten: Was bedeutet die 15-Kilometer-Regel für Dorsten?

Seit dem 12. Januar gilt eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Kreis Recklinghausen. Dorstener dürfen sich außerhalb der Kreisgrenzen nur 15 Kilometer vom Wohnort entfernen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat am Montagabend einen eingeschränkten Bewegungsradius für den Kreis Recklinghausen und drei weitere NRW-Landkreise (Höxter, Minden-Lübbecke und Oberbergischer Kreis) beschlossen, in denen die Wocheninzidenz bei über 200 liegt. Die Verordnung gilt bis 31. Januar.

Was besagt die Verordnung?

Personen mit Wohnsitz im Kreis Recklinghausen dürfen das Kreisgebiet nur verlassen, „soweit dabei ein Umkreis von 15 Kilometern Luftlinie ab der Grenze des eigenen Heimatorts (politische Gemeinde) nicht überschritten wird“. Im gesamten Kreis Recklinghausen dürfen Dorstener sich also frei bewegen, auch Fahrten nach Reken, Schermbeck, Raesfeld oder Kirchhellen sind zum Beispiel möglich. Im Südosten gilt wiederum die Kreisgrenze für Dorstener: Nach Waltrop und Castrop-Rauxel dürfen sie fahren, über die dortigen Kreisgrenzen hinaus nach Lünen oder Dortmund aber nicht.Unsere Karte gibt einen groben Überblick über den Bereich, in dem sich Dorstener frei bewegen dürfen (innerhalb des grünen Kreises).Auch die Einreise in den Kreis Recklinghausen wurde eingeschränkt: Personen, die nicht im Kreis Recklinghausen wohnen, dürfen das Kreisgebiet nur betreten, sofern sie sich dabei nicht mehr als 15 Kilometer von der Stadtgrenze ihres Wohnortes entfernen. Wer also in einer Stadt außerhalb des Kreises RE wohnt, deren Grenze 14 Kilometer von der Kreisgrenze entfernt ist, darf sich im Kreisgebiet dann nur noch einen Kilometer weiter von seiner Stadtgrenze entfernen – er darf sich also nicht frei im gesamten Kreisgebiet bewegen.

Welche Ausnahmen gelten?

Von der Regelung ausgenommen sind laut Verordnung: berufliche Wege, auch Ehrenamt und vergleichbare Besorgungen; Besuche der Schule, der Kita sowie die Begleitung bei diesen Besuchen; Besuch von Einrichtungen zur Eingliederung von Menschen mit Behinderungen; Besuche von engen Familienmitgliedern, Lebensgefährten und vergleichbar nahestehenden Personen; Arztbesuche und Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen, „die nicht dem Freizeitbereich zugeordnet werden können“ sowie Fahrten aus „ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen“.Nachfragen, etwa zur näheren Bestimmung der „engen Familienmitglieder“, beantwortete das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag nicht.

Wie kontrolliert die Polizei Recklinghausen die neue Verordnung?

Polizeisprecherin Annette Achenbach hat am Dienstag klargestellt, dass es keine zusätzlichen Corona-Kontrollen geben wird. „Wir unterstützen die städtischen Ordnungsbehörden bei ihrer Arbeit, aber wir machen jetzt keine Schwerpunktkontrollen.“ Denkbar sei allerdings, dass Polizeibeamte bei allgemeinen Verkehrskontrollen in Dorsten oder im Streifendienst gezielt nachfragen, wenn ihnen beispielsweise ein fremdes Kennzeichen auffällt.

Kontrolliert die Vestische, ob Fahrgäste die 15-Kilometer-Grenze einhalten?

Nein. Es wird nach wie vor nur die Gültigkeit der Fahrscheine und die Einhaltung der Maskenpflicht kontrolliert. Zu mehr sind die Kontrolleure gar nicht befugt. Ob die Fahrgäste berechtigt sind, das Ziel anzusteuern, für das sie einen Fahrschein gekauft haben, kann das Verkehrsunternehmen nicht kontrollieren.

Werden Fahrgäste der Nordwestbahn schärfer kontrolliert?

Hinweis: In einer früheren Version war die Regelung zur Einreise in den Kreis RE falsch dargestellt. Das Beispiel „Der Lüner darf also beispielsweise bei Waltrop die Kreisgrenze überschreiten und dann innerhalb des Kreises RE auch bis nach Dorsten fahren“ wurde einer Pressemitteilung der Stadt Dorsten entnommen, ist aber nicht richtig. Wir haben den Text angepasst und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mit dem Zug einen Freund in Borken oder Essen besuchen – das ist ab sofort nicht erlaubt. Karin Punghorst, Sprecherin der Nordwestbahn, betonte am Dienstag, dass die Zugbegleiter natürlich die Fahrausweise kontrollieren und die Maskenpflicht einfordern. „Aber sie werden nicht jedes Mal fragen, wo der Fahrgast eingestiegen ist und wo er wieder aussteigen möchte.“ In begründeten Ausnahmefällen sei es aber denkbar, die Bundespolizei einzuschalten.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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