Flüchtlingsfamilien kamen zum ersten Frühstück der AWO

Gelegenheit zum Kennenlernen

50 Flüchtlinge und deren Integrationslotsen waren am Samstag vom AWO-Stadtverband in die Begegnungsstätte Am Wall nach Barkenberg zu einem ausgedehnten Frühstück, eingeladen. Norbert Talaga, der AWO-Stadtverbandschef, machte den Vorschlag auf dem Flüchtlingsgipfel in Barkenberg und freute sich nun über eine gute Resonanz.

Dorsten

20.12.2015, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kinder der Flüchtlinge kamen auf ihre Kosten beim Frühstück in der AWO-Begegnungsstätte Am Wall.

Die Kinder der Flüchtlinge kamen auf ihre Kosten beim Frühstück in der AWO-Begegnungsstätte Am Wall.

Sie vermitteln Basiswissen und sind hierfür rechtlich geschult worden. Einer dieser Lotsen ist Heinz Peter Wäscher. Er ist selbstständiger Kaufmann und hat sich nachdem er das „Elend“ im Fernsehen gesehen hat, bei der Dorstener Caritas gemeldet und Hilfe angeboten. So kamen er und seine Frau zu diesem Ehrenamt. „Die Verständigung ist gar nicht so einfach, aber mit Hilfe vom Smartphone und einer Google Übersetzungs-App kommen wir schon zurecht“, berichtet er.

Sprachkenntnisse erwerben

Und weiter: „Die Flüchtlinge haben derzeit in der Grünen Schule ihren ersten Sprachkurs und lernen langsam unsere Sprache. Aber auch wir, meine Frau und ich, bemühen uns ihre Sprache zu lernen. Mit Hilfe eines Programms lernen wir derzeit ein paar Begriffe auf Arabisch. Da kommt es schon mal öfters zu ganz schön lustigen Verwechslungen.“ Heinz Peter Wäscher betreut derzeit mit seiner Frau zwei syrische Familien mit insgesamt neun Personen. Erste Erfahrungen als Integrationslotsen haben die Wäschers bereits mit einer somalischen Familie gemacht. „Diese leben jetzt in einer eigenen Wohnung und brauchen nur noch selten unsere Hilfe. Wir sind aber gute Freunde geworden und treffen uns immer noch regelmäßig, auch privat“, so Heinz Peter Wäscher.

Nach diesem Frühstück hat Familie Wäscher noch einen Umzug geplant. Eine ihrer syrischen Familien bekommt ebenfalls eine eigene Wohnung.„In den letzten Tagen haben wir viel organisiert, damit es zu diesem Umzug kommen kann. Sehr hilfreich dabei waren auch viele Firmen aus Dorsten und die Stadt. So hat uns zum Beispiel die Firma Bügers kostenlos bei einer Installation geholfen und bei der Firma Badde dürfen wir ein paar gespendete Dinge umsonst einlagern“, berichtet Wäscher. Der geplante Umzug am Nachmittag hingegen bereitet ihm keine Sorgen.

Familien packen gerne mit an

„Die syrischen Familien sind alle sehr hilfsbereit und packen gerne gegenseitig mit an. Da sollte es keine größeren Probleme geben. Die fünfköpfige Familie ist nun sehr froh eine eigene Bleibe zu haben. Anfänglich waren die neuen Nachbarn noch ein wenig skeptisch aber nachdem ich mit ihnen gesprochen und ihre Situation erklärt habe, sind die Flüchtlinge gut aufgenommen worden.“, berichtet Wäscher. Bei dem rund zweistündigen Frühstück ging es richtig ausgelassen zu.

Über Bedürfnisse reden

Sowohl die vielen Helfer, als auch die Flüchtlinge hatten großes Interesse vom Leben, der Herkunft und den Bedürfnissen des jeweils anderen zu erfahren. „Auch wenn nicht immer alles ganz so einfach ist, dies ist gelebte Integration. Wir sind sehr froh über viele Helfer, die einfach ihre Ideen einbringen und mit anfassen. Leider ist die Verständigung nicht immer so einfach. Derzeit könnten wir noch Dolmetscher für Farsi und Arabisch gebrauchen

“, erklärt Stefanie Feller von der Caritas. 

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