Diese Flachdach-Bungalowsiedlung am Zeisigweg im Dorf-Hervest soll nach Willen der Stadt aufgestockt werden können. Doch die meisten Bewohner wollen das gar nicht. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Baugebiet

Flachdach-Bungalows aufstocken? Siedlungsbewohner protestieren

Ein Hausbesitzer in Dorsten möchte gern seinen 50 Jahre alten Flachdach-Bungalow aufstocken. Das will die Stadt nun der ganzen Siedlung ermöglichen. Doch die meisten Anwohner sind dagegen.

Das Baugebiet am Zeisigweg im Dorf-Hervest wurde vor rund 50 Jahren gebaut. Wie es damals üblich war, entstanden dort mehrere Flachdach-Bungalows, insgesamt 13 an der Zahl. Jetzt würde einer der Immobilien-Besitzer gerne sein Haus aufstocken.

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Ob es so kommt, ist aber fraglich. Denn seine Nachbarn können sich mit den Umbau-Plänen nicht anfreunden, wie am Dienstag im Umwelt – und Planungsausschusses Dorsten deutlich wurde.

Weil die Stadtverwaltung im Zuge des Generationswechsels im Baugebiet auch den anderen Familien am Zeisigweg ermöglichen will, ihre ältere Bausubstanz heutigen Wohnbedürfnissen anzupassen, schlug sie in einer Vorlage der Politik vor, das Baugebiet mit höherer Priorität in das laufende Arbeitsprogramm des Planungssamtes aufzunehmen: Denn bevor die Häuser dort überhaupt erst aufgestockt werden können, muss zunächst der Bebauungsplan geändert und öffentlich neu ausgelegt werden.

Die Zeisigweg-Anwohner Carsten Bewer, Michaela und Martin Lepping erklärten zu Beginn der Sitzung, dass sich nahezu alle Bewohner der Bungalows gegen das Angebot einer Aufstockung aussprechen würden. Sie hatten eine Unterschriftenliste dabei: Elf Eigentümer wollen nicht, dass ihr Baugebiet sein Gesicht ändert, einer hätte sich „enthalten“.

„Generationswechsel erfolgreich“

„Generell begrüßen wir den Generationenwechsel bei uns in der Straße“, sagte Carsten Bewer, der sein Haus von den Eltern übernommen hatte. „Doch er ist schon längst sehr erfolgreich in vollem Gange.“

Sein Nachbar Martin Lepping betonte, dass auch seine Familie Teil des Generationswechsels sei. „Mittlerweile wohnen hier mehrere Familien mit Kindern und keiner benötigt die Aufstockung.“ Zumal die Möglichkeit bestehe, in den voll unterkellerten Häusern im Untergeschoss weiteren Wohnraum zu schaffen.

„Harmonisches Bild“ würde zerstört

Derzeit zeige die Siedlung ein „harmonisches Bild“, so Lepping. „Dieser Anblick würde durch das Aufstocken einzelner Häuser komplett zerstört.“ Carsten Bewer wies auch darauf hin, dass alle Grundstücke in der Siedlung derzeit uneinsehbar seien. „Ein aufgestockter Bungalow wäre wie ein Hochsitz, unser Wohnwert sinkt meiner Meinung nach dann enorm“, ergänzt Martin Lepping.

Die Anwohner hoffen, dass die Stadt „nicht das Wohl einer ganzen Siedlung durch den Wunsch einer einzelnen Wohnpartei infrage stellt“. Baudezernent Holger Lohse kündigte an, dem Ausschuss weiter zu berichten, ob der neue Bebauungsplan auf die Reise geht oder nicht.

Vorher will die Stadt noch das Gespräch mit allen Bewohnern suchen: „Wir werden nichts gegen den Willen der breiten Mehrheit machen“, gab er den Kritikern als Signal mit auf den Weg.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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