Die Polizei im Kreis Coesfeld beschäftigt sich mit einem Diebstahl auf dem Aldi-Parkplatz in Olfen. Dort hatten Unbekannte die Geldbörse einer Olfenerin aus deren Kofferraum geklaut. © dpa
Meinung

Finger weg vom Po-Grapscher – er gehört in die Hände der Polizei

Jeder Fall von sexueller Nötigung ist ein Aufreger. Es handelt sich um ein strafbares Vergehen. Ermittlungen sollte man aber besser der Polizei überlassen.

Eine 15-Jährige ist in Holsterhausen von einem unbekannten Mann sexuell genötigt worden. Das Verhalten des Mannes ist unverzeihlich. Und es ist strafbar. Die Polizei hat den Tatverdächtigen noch nicht gefasst.

Zeugen, denen der Unbekannte augenscheinlich an anderen Stellen in Holsterhausen auf abenteuerliche Weise begegnet sein soll, haben einen Steckbrief mit einer Beschreibung seiner Person gefertigt. Außerdem haben sie ihn gezeichnet, um die Holsterhausener mit diesem Bild vor dem mutmaßlichen Täter zu warnen.

Von solchen eigenhändigen Aktionen lassen Bürger besser die Finger, auch wenn sie in bester Absicht handeln, weil sie andere Menschen schützen möchten. Das ist allein Aufgabe der Polizei. Sie distanziert sich ausdrücklich von dieser Initiative und sagt zu recht, dass Öffentlichkeitfahndungen nur bei den professionellen Ermittlern gut aufgehoben sind.

Viele Details, die auf dem Steckbrief nachzulesen sind, hat die Polizei gar nicht herausgegeben. Das macht sie nicht, damit Beweismittel oder andere Indizien für die spätere Strafverfolgung eines mutmaßlichen Täters nicht verloren gehen oder unbrauchbar werden. Wenn also Bürger die Puzzlestücke nach einer Straftat zusammenfügen, dann sollte das ihr Privatvergnügen bleiben. Sonst könnten sie der Auslöser sein, dass ein unbescholtener Mensch in Not gerät.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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