Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Leerstands-Immobilien in der Innenstadt erhöht. © Michael Klein
Meinung

„Finanzspritze“ gegen Innenstadt-Leerstände hat viele Vorteile

Die Stadt Dorsten nimmt mit Fördermitteln vom Land aktiv Einfluss, um die Leerstände in der Fußgängerzone zu bekämpfen. Die Steuergelder könnten gut angelegt sein. Ein Kommentar.

Die Dorstener Stadtverwaltung geht als An- und Vermieter von Ladenlokalen gegen den Leerstand in der Innenstadt vor. Für die Gralshüter der reinen Lehre ist das ein Graus: Eine solche Subventionierung durch Land und Stadt ist ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft.

Aber: Alles, was Leben in verwaiste Geschäfte und Menschen zum Bummeln in die Stadt bringt, ist wichtig für die ganze Stadt. Dass Dorsten die Chance nutzt, mithilfe des Sofortprogramms einige Ladentüren wieder zu öffnen, ist deshalb zu begrüßen. Auch hier in der Lippestadt wird sich der wegen der Online-Konkurrenz das Gesicht der Fußgängerzone ändern, neue Ideen und neue Konzepte müssen her.

Das Sofortprogramm des Landes hat für alle drei Seiten Vorteile: Für die Stadt sind die finanziellen Eigenanteile gering – und sie kann steuern, welche Art von Geschäft zum Zuge kommt. Die neuen Nutzer haben – trotz der Coronakrise – mit wenig Kosten die Möglichkeit, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Hohe Mieten überdenken

Und die Immobilieneigentümer haben wieder regelmäßige Mieteinnahmen, wenn auch mit einigen Abstrichen. Und wenn das ganze Förderprogramm bei den Hausbesitzern das Bewusstsein schärft, dass sie auf Dauer mit den nicht mehr zeitgemäßen Mieten heruntergehen – umso besser. Denn in Corona-Zeiten könnten hohe Mieten den endgültigen Todesstoß für den Handel bedeuten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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