Mia gestaltet ihr Schmuckkästchen ganz nach ihrem Geschmack. © Lydia Heuser
Integrationsprojekt

Ferienprogramm fördert Kinder durch kreative Ideen

Das Dorstener Integrationsforum und die Dorstener Arbeit veranstalten momentan ein Ferienförderprojekt für Schüler der Agatha-Grundschule. Ein Besuch im „Mittendrin“.

Es wird emsig gewerkelt, gerechnet und gemalt im „Mittendrin“ an der Bochumer Straße. In Erdgeschoss des freistehenden Hauses findet momentan ein ganz besonderes Herbstferien-Projekt statt: Das Dorstener Integrationsforum und die Dorstener Arbeit haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Selbstvertrauen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund durch Kreativarbeit zu stärken. Gefördert werden die Kinder von Frauen, die teilweise selbst einen Migrationshintergrund haben.

Schatzkästchen mit Mosaiksteinchen bekleben

Mia (9) und Ramyi (9) bekleben in einem der drei Projekträume ihre Holzkästchen. Am Vortag haben die zwei Kinder die schlichten Schatullen in blau und grün bemalt, heute kleben sie das Mosaik auf den Deckel. Vor diesem Arbeitsschritt haben sie ihre Designs vorgezeichnet und die entsprechenden Steinchen ausgewählt. Passend zum Dunkel-Blau und -Grün haben Mia und Ramyi hell-grüne und -blaue Glitzerplättchen ausgesucht.

„Ich mache eine Spardose aus dem Kästchen“, plant Ramyi. Mia weiß noch nicht genau, wie sie das Holzdöschen nutzen wird. Zunächst verziert sie es weiter, indem sie nun auch den Boden mit himmelblauen Plättchen auslegt.

Margarethe Matschinsky und Theresa Schulz (v. l.) mit Schüler Ramyi beim Ferienförderprojekt.
Margarethe Matschinsky und Theresa Schulz (v. l.) mit Schüler Ramyi beim Ferienförderprojekt. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

„Es ist gar nicht so einfach, die Plättchen an die richtige Stelle zu kleben“, findet Mia. „Die Aufgaben sollen auch die Feinmotorik schulen“, erklärt Theresa Schulz von der Dorstener Arbeit. Im Nebenraum fädeln Erstklässler Holzperlen auf; je fünf einer Farbe und dann mit etwas Abstand fünf weitere. Der „mobile Abakus“ sieht schön aus und gleichzeitig hilft er beim Rechnen.


Wegen Corona nehmen weniger Kinder an dem Projekt teil

Anders als vorgesehen, können bei dem Förderprojekt aufgrund von Corona je Woche nur sieben bis acht Kinder verteilt auf drei Räumen teilnehmen. Den Initiatoren ist wichtig, dass sowohl Kinder mit und ohne Migrationshintergrund profitieren: „Beide Gruppen haben während Corona gelitten“, weiß Margarethe Matschinsky vom Integrationsforum. Ziel des Projektes sei es, die Sprachkompetenz und das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. „Durch den Lockdown im Frühjahr sind bei vielen Kindern bereits schon bestehende Defizite noch vergrößert worden.“

„Wir wollen Kreativität mit Wissen in Verbindung bringen“, beschreibt Ute Blume von der Dorstener Arbeit die Idee. Kinder brauchen Erfolgserlebnisse, sind die drei Frauen überzeugt. „Wenn die dann mit ihren selbstgebastelten Sachen nach Hause kommen, bekommen sie die Anerkennung ihrer Eltern und könne stolz sein“, erklärt Blume.

Das Angebot ist für die Kinder kostenlos. Die Mr. Trucker Kinderhilfe übernahm die Kosten für die betreuenden Schüler, die während ihrer Ferien das Projekt begleiten. Die Materialkosten trägt das Integrationsforum.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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