Fellpfötchen vermitteln bulgarische Straßenhunde in liebevolle Zuhause

dzFellpfötchen e.V.

Melanie Zapatka ist Vorsitzende des Vereins Fellpfötchen. Die Tierschützerin ist auf, wie sie sagt, „Restehunde“ spezialisiert und kümmert sich vor allem um bulgarische Straßenhunde.

Wulfen

, 12.06.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer an der Haustür von Melanie Zapatka klingelt, wird von vielen freudig bellenden Hunden begrüßt. Allen ist eines gemein: Sie sind, wie Melanie Zapatka sagt, „Restehunde“. Tiere, die kleine und große Probleme haben, und deshalb keine Besitzer auf Dauer finden konnten.

Hunde tummeln sich auf dem Familiengrundstück

Als Melanie Zapatka vor 20 Jahren ihre Liebe zum Hund entdeckte, ahnte sie nicht, wie sich das Ganze entwickeln würde. Heute tummeln sich viele Hunde auf dem Familiengrundstück und man merkt Das ist Melanie Zapatkas Ding.

Und jedes Tier hat Besonderheiten, die es schwer vermittelbar machen. Kimmi pieselt schon mal ohne Kontrolle, weil er einen Bandscheibenvorfall hat. Border Colli „Hörtnix“ ist taub und die Hundedame Kiyumi bellt ohne Grund mit großem Engagement den Teich an. Jeden Tag gibt es neue Überraschungen. Da muss man schon ein großes Herz haben, um diesen Tieren ein Zuhause zu geben.

Melanie Zapatka ist Vorsitzende des Vereins Fellpfötchen.

.Melanie Zapatka ist Vorsitzende des Vereins Fellpfötchen. © Andreas Hofmann

Doch das reichte der Dorstenerin nicht. Im vergangenen Jahr hat sie mit weiteren Engagierten den Fellpfötchen e.V. gegründet. Der gemeinnützige Verein kümmert sich auch um die Vermittlung von Hunden aus dem Ausland unter der Devise: Lieber keine Vermittlung als eine schlechte Vermittlung. 50 Hunde fanden so ein neues Zuhause.

Die meisten Hunde kommen aus Bulgarien

„Die meisten Tiere kommen aus Bulgarien. Von der Straße aufgelesen oder aus schlechter Haltung nehmen Tierschützer sie auf“, erzählt Melanie Zapatka. Die Hunde werden umfassend versorgt, wieder aufpäppelt und Fellpfötchen präsentiert die Tiere dann auf seiner Internetseite (www.fellpfoetchen-ev.de/hunde), um neue Besitzer zu suchen. Wenn die Reise nach Deutschland losgeht, wurden sie zuvor geimpft, geschippt, auf Mittelmeerkrankheiten getestet, und wenn sie älter als ein Jahr alt sind kastriert.

Vor der Reise bescheinigt ein Tierarzt die Transportfähigkeit. 30 Stunden dauert der Transport, auf dem Tiere umfassend versorgt werden und der auch immer wieder von der Polizei kontrolliert wird.

Ein Wurf junger Hunde

Ein Wurf junger Hunde © Andreas Hofmann

Nach der Ankunft geht ein Teil der Tiere direkt zu ihrem neuen Herrchen oder Frauchen, die anderen zu den fünf Pflegestellen. Dort werden sie liebevoll von Ehrenamtlichen betreut bis zur endgültigen Adoption. Begeistert erzählt Melanie Zapatka: „Kürzlich brachte Hündin Viva in Wulfen fünf Welpen zur Welt, die ein neues Zuhause gefunden haben.“

Wer sich für einen Hund interessiert, muss für Melanie Zapatka einige Voraussetzungen erfüllen: „Der neue Besitzer muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und nicht den Hund adoptieren, nur weil er niedlich ist. Wichtig ist auch, dass die neuen Besitzer Geduld haben, um mit den Macken der Vierbeiner zurechtzukommen.“

Hausbesuche und Schutzgebühr über 350 Euro

Bei Hausbesuchen machen sich die Tierschützer ein Bild und abschließend wird ein Schutzvertrag aufgesetzt. „350 Euro Schutzgebühr kostet die Vermittlung eines gesunden Hundes“, sagt Zapatka. „Damit finanziert unser Verein seine Arbeit. Bei kranken Tieren ist ein tolles Zuhause wichtiger,da übernimmt der Verein die Behandlungskosten.“

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So fand auch Einstein, „ein richtiger elfjähriger Straßenköter“, sein neues Zuhause bei zwei Frauen in Essen. Zapatka bekommt von den Besitzern Fotos und Videos ihrer Schützlinge, dann weiß sie, dass es ihnen gut geht. Doch: „Wenn ich ein schlechtes Gefühl habe oder wir nichts mehr vom Tier hören, versuchen wir, bei den Schützlingen nachzusehen.“

Durch Corona gab es Probleme bei Vorkontrollen

Durch Corona gab es für die Vereinsmitglieder Probleme bei den Vorkontrollen, ebenso waren die Besuche der Hunde schwierig. Doch man fand schnell eine Lösung: „Die Hundebesitzer mailten Videos von sich und dem Hund. Wir haben es vermieden, Hunde an Leute abzugeben, die noch keinen Hund hatten, denn ein Hund ist kein Zeitvertreib zur Corona-Zeit, um die Familie und die Kinder zu bespaßen“.

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