FDP-Umbruch: Was der Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden für die Kommunalwahl bedeutet

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Der Umbruch in der Dorstener FDP-Fraktion ist komplett. Jetzt geht auch der Vorsitzende, sein Nachfolger ist „überrumpelt worden“. Für die Kommunalwahl hat das Konsequenzen.

Dorsten

, 21.10.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Monate nach dem Rücktritt von Marc Liebehenz hat auch die andere Hälfte der FDP-Ratsfraktion ihren Abschied angekündigt. Und auch da geht es um eine berufliche Entscheidung, die eine weitere politische Arbeit unmöglich macht.

Von Dorsten nach Niedersachsen

Seit 2009 war Tristan Zielinski (35) Mitglied der FDP-Ratsfraktion, seit 2014 deren Vorsitzender. Die Ratssitzung am 30. Oktober (Mittwoch) wird seine letzte sein. Der Sozialwissenschaftler bestätigte am Montag, dass er zum 1. November die Standortkommunikation eines Unternehmens in Niedersachsen übernimmt und auch seinen Wohnort dorthin verlegt.

FDP-Umbruch: Was der Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden für die Kommunalwahl bedeutet

Der Blick geht nach vorne. Tristan Zielinski hat sich beruflich neu orientiert und verlässt in Kürze Dorsten. © privat

Den beruflichen Wechsel bezeichnet Zielinski als „sehr spannend“. Dorsten, seine Heimatstadt, verlässt er trotzdem „mit einem weinenden Auge“, sagt er. Weil ihm die Politik so viel Spaß gemacht hat. Auch die Liberalen dürften die ein oder andere Träne vergossen haben. Denn einen Vorsitzenden zu finden, fällt einer kleinen Fraktion gemeinhin nicht leicht.

Der Parteichef übernimmt die Verantwortung

Und so hat Stadtverbandsverbandsvorsitzender Lutz Ludwig schließlich sich selber aus dem Hut gezaubert. „Ich bin von der Situation ein wenig überrumpelt worden“, gab er am Montag zu. Ludwig, bei der letzten Kommunalwahl nur auf Platz 13 der FDP-Liste, war keinesfalls der logische Zielinski-Nachfolger, auch weil er eigentlich „gegen ein Posten-Ansammeln“ sei.

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Lutz Ludwig übernimmt den Fraktionsvorsitz der FDP, will den Parteivorsitz aber im nächsten Jahr abgeben. © Stefan Diebäcker

Doch nachdem die Liebehenz-Nachfolgerin Karin Patalla-Franzke abgewunken hat und einige andere Liberale „aus nachvollziehbaren Gründen“ nicht in Frage kamen, macht‘s der 50-jährige Parteichef dann doch selbst. Die Zeit dafür will sich der Bildungsreferent freischaufeln, gleichzeitig aber beim nächsten Stadtverbandstag im Februar 2020 den Vorsitz abgeben, den er erst 2017 übernommen hatte.

Bürgermeister-Kandidatur scheidet wohl aus

Das erste Quartal 2020 wird für die Liberalen auch aus anderen Gründen spannend. Es gilt, die Kommunalwahl am 13. September vorzubereiten. Lutz Ludwig spürt zunehmend Interesse an der liberalen Politik in Dorsten und ist sicher, aus den 40 Mitgliedern ein starkes Team aufstellen und den Wählern „ein gutes inhaltliches Angebot machen“ zu können - mit ihm an der Spitze vermutlich.

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Klar scheint aber, dass die FDP keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellt. Sie wird wohl den CDU-Kandidaten - den amtierenden Bürgermeister Tobias Stockhoff - unterstützen. Ob es nach der Wahl noch zu einer CDU/FDP-Mehrheit im Stadtrat reicht, steht auf einem anderen Papier. Der neue Fraktionsvorsitzende baut schon mal vor: „Man sollte immer offen auch für andere Konstellationen sein.“

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