Fahrgäste sauer über fehlende Informationen über Zugausfälle am Bahnhof Dorsten

dzÖl-Unfall

Nach einem Öl-Unfall musste die Bahnstrecke zwischen Dorsten und Bottrop erneut gesperrt werden. Das sorgte am Donnerstag und Freitag zwischendurch für Durcheinander am Dorstener Bahnhof.

Dorsten

, 22.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Eigentlich war die Bahnstrecke ab 15 Uhr nach einem Ölschaden schon wieder freigegeben. Doch dann mussten von Donnerstag, 17 Uhr, bis Freitag, 10.30 Uhr, erneut die Stromleitungen für die Gleis-Reinigungsarbeiten abgestellt werden, die Züge zwischen Dorsten und Bottrop fielen erneut komplett aus. Die mangelhafte Info-Politik vor Ort am Bahnhof trieb vielen Bahnpendlern die Zornesröte ins Gesicht. „Das hier ist die Katastrophe“, schimpfte etwa Hans-Jörg Tümmers.

Vor Ort gab es kaum Auskunft

Er stand am Freitag mit weiteren Fahrgästen am Bahnsteig 4. Um 10.14 Uhr wollten sie mit der RB 44 nach Oberhausen fahren. Doch alle warteten vergebens. Keine Lautsprecherdurchsagen, das elektronische Laufband gab keinerlei Auskunft, nur das digitale Fahrgast-Info-System am ZOB wies auf die Zugausfälle hin, aber nicht durchgehend. Auch unsere Zeitung hatte keinerlei offizielle Mitteilung von Bahn AG oder Nordwestbahn bekommen.

Fahrgäste sauer über fehlende Informationen über Zugausfälle am Bahnhof Dorsten

Wegen einer defekten Arbeitsmaschine, die unterwegs Öl verloren hatte, wurde der Zugverkehr gestoppt. © Guido Bludau

Die Nordwestbahn hatte zwar Ersatzbusse bereitgestellt, das erfuhren die Fahrgäste aber nur über einen entfernt platzierten Plakat-Aufsteller vor dem Kiosk am Busbahnhof. Die Abfahrtszeiten fehlten allerdings darauf. „Keiner weiß, wo die Busse fahren, Busse warten nicht auf Fahrgäste, Busfahrer kennen den Weg nicht“, ärgerte sich ein Leser bei Facebook.

Ohne Smartphone aufgeschmissen

Nur über Apps oder die Homepage der Bahn-Unternehmen wurden die Zugausfälle bekannt gemacht. „Das reicht doch nicht aus“, monierte Katja Steinborn, die auch vergebens auf ihren Zug wartete. Die Bonnerin hatte zuvor ihre Mutter in Dorsten besucht: „Es kann doch nicht sein, dass man als Fahrgast ohne Smartphone komplett aufgeschmissen ist.“

Fahrgäste sauer über fehlende Informationen über Zugausfälle am Bahnhof Dorsten

Hans-Jörg Tümmer (rechts) und Katja Steinborn gehörten zu den Fahrgästen, die am Freitag vergeblich auf den Zug nach Oberhausen warteten und sich über die mangelhafte Informationspolitik der Bahn-Unternehmen ärgerten. © Michael Klein


Das räumt auch die Bahn AG ein. „Das hätte uns nicht passieren dürfen“, sagte ein Bahn-Sprecher gegenüber dieser Zeitung. Schuld seien die derzeit laufenden Umbauarbeiten am Dorstener Bahnhof. „Baubedingt fehlt uns deshalb übergangsweise die Infrastruktur.“ Deswegen funktionierten Lautsprecher und das Digital-Laufband am Bahnhofsgebäude nicht. Die Bahn überlege nun, in solchen Fällen künftig vor Ort Mitarbeiter einzusetzen, die als sogenannten „Reisendenlenker“ bei Fragen zur Verfügung stehen.

Service außer der Reihe

„Reisenlenkender“ hatte auch die Nordwestbahn am Freitagmorgen nicht eingesetzt - aber immerhin einen Mitarbeiter außer der Reihe, der als „Notfall-Ansprechpartner“ im morgendlichen Berufspendler-Verkehr fungierte. Das war allerdings, bevor Hans-Jörg Tümmer und Katja Steinborn am Bahnhof auf der Suche nach verlässlichen Informationen herumirrten.

Kein regulärer Busfahrplan

Großartige Hinweise auf die Abfahrtszeiten des zusätzlich Busersatzverkehrs hätte der NWB-Mann aber nicht geben können. „Es gab dafür keinen regulären Fahrplan“, erklärte NWB-Sprecherin Karin Punghorst. Das Unternehmen war schon froh, dass es kurzfristig überhaupt mit einem Bus geklappt hat, der zwischen Dorsten und Bottrop hin und her fahren konnte.

Eine Menge Öl verloren

Dass der RE 14 (Der Borkener) und der RB 44 (Der Oberhausener) zwischen Dorsten und Bottrop am Donnerstag und Freitag ausgefallen waren, hatte folgenden Grund: Ein Hilfszug mit einer Arbeitsmaschine, der an der Gleis-Baustelle am Dorstener Bahnhof eingesetzt werden sollte, hatte am Donnerstag unterwegs eine Menge Öl verloren.

Zunächst wurde nur ein Streckenabschnitt zwischen Dorsten und Gladbeck-West über Mittag vom Öl befreit, „in Kooperation mit den Behörden“, so ein Bahnbahnsprecher, musste das Unternehmen auch ab 17 Uhr noch mal tätig werden - und zwar auf einem acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Gladbeck-West und Bottrop. Aus Sicherheitsgründen wurde dafür der Strom der Fahrleitungen abgestellt.

Fahrgäste sauer über fehlende Informationen über Zugausfälle am Bahnhof Dorsten

Die THW-Ortsgruppe Gladbeck/Dorsten wurde von der Bahn zur Beseitigung der Öl-Verunreinigungen herangezogen. © Peter Boll

Im Rahmen der technischen Hilfeleistung wurde für die Abstreuarbeiten über den THW-Landesverband die THW-Ortsgruppe Gladbeck-West hinzugezogen. „30 Leute von uns waren dabei in zwei Schichten im Einsatz“, so Peter Boll, Pressesprecher des THW-Ortsverbandes. Ihr Einsatzgerüstsystem ermöglichte es den THW-Kräften, einen Schienenwagen zu bauen.

Säcke auf Schienenwagen gepackt

Auf dieses Gefährt wurden die Säcke und Paletten mit dem Öl-Abbindemittel geladen, das in den Gleisbereich gestreut wurde. Als das Öl gebunden war, wurde es mithilfe eines Baggers abgesaugt. Um 10 Uhr am Freitag konnten die THW-Kräfte dann endlich „Feierabend“ machen, um 10.45 Uhr hieß es vonseiten der Bahn: „Die Strecke ist wieder freigegeben.“

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